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Kassenbon-Pflicht: Bäcker warnen vor Papierverschwendung

07.11.2019 von

Foto: Ein Kassenbon. Foto: Jörg Carstensen/dpa

Sachsens Bäcker haben mit Blick auf die künftige Kassenbon-Pflicht vor einer Papierverschwendung gewarnt und eine Ausnahme für ihre Branche gefordert. Wenn jeder Kunde einer sächsischen Bäckerei künftig einen Kassenbon erhalten muss, brauche man jeden Tag eine Papierschlange von etwa 117 Kilometer Länge - der Entfernung zwischen Dresden und Leipzig, rechnete die Bäckerinnung am Donnerstag vor. Innungsobermeister Roland Ermer sprach von «Irrsinn».

«Das Bürokratiemonster schlägt wieder zu», erklärte Ermer. Die sogenannte «Belegausgabepflicht» sei eine weitere unnötige Gängelei der Bäcker. Schätzungsweise 90 Prozent der Kassenbons würden auf den Theken liegen bleiben und somit im Müll landen. Nachhaltiges Wirtschaften sehe anders aus. Auf der einen Seite werde man angehalten, Verpackungen zu reduzieren, auf der anderen Seite steigere man mit den Bons den Papiermüll.

Nach der «Kassensicherungsverordnung» werden Bäckereien ab 2020 verpflichtet, jedem Kunden zu jedem Einkauf einen Kassenbon auszuhändigen. Das Ziel der Verordnung, Betrug mit der Umsatzsteuer zu minimieren, stelle man nicht in Frage, teilte die Innung weiter mit. Allerdings sollte bei der Gesetzgebung die Verhältnismäßigkeit für Handwerksbetriebe berücksichtigt werden. Die entsprechenden Angaben würden in der Kasse ohnehin gespeichert.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Ein Kassenbon. Foto: Jörg Carstensen/dpa

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