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Erinnerungsstätte für Dresdner Sophienkirche fertig

08.10.2020 von

Foto: Säulen der Gedenkstätte deuten auf die frühere Sophienkirche hin. Foto: Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

57 Jahre nach dem willkürlichen Abriss der Dresdner Sophienkirche gibt es einen Gedenkort für das einst älteste Gotteshaus der Stadt. Der in abstrahierter Form seiner Busmannkapelle entstandene, mit originalen Fragmenten der früheren Ausstattung versehene «DenkRaum» wird am Freitag feierlich eröffnet. Es sei «eine Riesenfreude», dass diese Stätte gelebter und erlebter Geschichte Realität ist, sagte Harald Bretschneider von der Bürgerstiftung Dresden am Donnerstag. Der Pfarrer hatte das Projekt zur Erinnerung an das 1963 von der SED beseitigte Gotteshaus ehrenamtlich mit vorangetrieben.

Auf dem historischen Grundriss führen vier Stelen statt der früheren Sophienkirchen-Pfeiler zu der stilisierten Kapelle, die ein Pavillon aus Stahl mit einer sich selbst tragenden, 14 Meter hohen Glasfassade umgibt. Die Baukosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro wurden von Land, Stadt, evangelischer Kirche sowie aus früherem SED-Vermögen finanziert. Zudem kamen mehr als 300 000 Euro Spenden zusammen.

Die Reste der 1945 schwer beschädigten Kirche waren 1962/63 abgetragen worden, nachdem SED-Chef Walter Ulbricht sie aus dem Wiederaufbau-Modell für die kriegszerstörte Stadt entfernt hatte. Bemühungen um den Erhalt der wiederaufbaufähigen Ruine des einzigen gotischen Bauwerks der Stadt blieben vergeblich.

Seit 1989 engagierten sich Bürger für die Schaffung einer Erinnerungsstätte, 2010 wurde der Grundstein dafür gelegt. Originalteile der Sophienkirche wie Konsolenbüsten der Stifter aus dem 14. Jahrhundert, der Bürgermeisterfamilie Busmann, sowie zwölf historische Grabplatten in einem «Raum der Stille» erinnern an das Bauwerk.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Säulen der Gedenkstätte deuten auf die frühere Sophienkirche hin. Foto: Matthias Hiekel/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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