Aus der Leipziger Nikolaikirche sind am Freitagmorgen drei Glocken gehoben worden. «Sie sind schadenfrei nach unten gekommen», sagte Roy Kreß, Glockenbeauftragter für Leipzig des evangelisch-lutherischen Kirchenbezirks. Gerade die größte, 2300 Kilogramm schwere Glocke habe mit einem Durchmesser von knapp 1,60 Meter gerade so durch das Turmfenster gepasst.
Zwei Glocken würden nun in eine Gießerei nach Neunkirchen (Baden) in Baden-Württemberg gebracht, teilte Pfarrer Bernhard Stief mit. Dort werde der Zusammenklang mit den neuen Glocken geprüft, denn fünf Glocken sollten in Neunkirchen (Baden) am Freitagnachmittag gegossen werden. Im März war in der Gießerei bereits die große Festtagsglocke «Osanna» hergestellt worden. Auch sie befindet sich derzeit noch in Neunkirchen. Insgesamt sollen künftig acht Glocken in den Türmen der Nikolaikirche schwingen: Die beiden gehobenen, die 1964 hergestellt worden waren, sowie sechs neue.
Die dritte und kleinste Glocke, die am Freitag aus dem Turm der Nikolaikirche gehoben wurde, wird zunächst in einem Depot in Annaberg-Buchholz (Erzgebirgskreis) verwahrt. Die Kirche sucht laut Kreß nach einem neuen Gotteshaus für sie.