Die Dresdner Polizei geht seit einer Woche einem ungewöhnlichen Fall nach. Vom evangelischen Johannisfriedhof im Osten der Landeshauptstadt wurden vor dem Totensonntag mehrere Kunstobjekte gestohlen. Betroffen sind fünf Grabstellen. «Buntmetalldiebstähle gibt es immer wieder, aber das ist ein seltenes Phänomen», sagt ein Polizeisprecher. «Alles schwere Teile, die trägt man nicht einfach weg.» Ermittelt wird wegen besonders schweren Diebstahls, die Täter sind unbekannt.
«Wir gehen davon aus, dass sie es nicht auf das Material abgesehen haben», sagt Friedhofsverwalterin Beatrice Teichmann. Sie spricht von Kunst- oder Auftragsdiebstahl. Tatsächlich fehlen ausschließlich Objekte, die auf Militärs oder Gefallene des Ersten Weltkrieges verweisen: das Bronzerelief mit Helm samt Schwert vom Grabmal eines Majors, zwei je 2,15 Meter große Bronze-Relieffiguren des Bildhauers August Schreitmüller von der letzten Ruhestätte eines Leutnants, eine Bronze-Sphinx, ein Drachentöter-Relief und eine Grabplatte.