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Zwickau setzt Zeichen: Gedenkort für Opfer rechter Gewalt

03.11.2019 von

Foto: Arbeiter trägt Baumstütze am Gedenkort für Enver Simsek, dem ersten Opfer der Terrorzelle NSU. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Zehn Bäume statt einem: Nach der Empörung um den Anfang Oktober abgesägten Gedenkbaum für Enver Simsek wird in Zwickau heute ein Gedenkort für alle Mordopfer der Neonazi-Terrorzelle NSU geschaffen. Anstelle der von Unbekannten zerstörten Eiche erinnern nun im Schwanenteichpark zehn Bäume an die Ermordeten. Neben jedem soll während der Gedenkveranstaltung eine Platte mit dem Namen des jeweiligen Opfers gesetzt werden.

«Die Opfer bleiben nicht namenlos. Sie sollen uns mit dem sichtbaren Zeichen des Gedenkortes an einem zentralen Platz der Stadt stets erinnern und mahnen», teilte Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) im Vorfeld mit. Am Montag wird dann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an dem Gedenkort erwartet, wo sie Blumen niederlegen will. Merkel schaut sich zuvor den Beginn der Produktion des Elektroautos ID.3 das Volkswagen-Werk in Zwickau an.

Die Schändung des Gedenkbaums hatte bundesweit für Empörung gesorgt, zugleich aber auch eine Welle der Solidarität ausgelöst. Allein auf einem Spendenkonto der Stadt gingen nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als 6000 Euro ein. Die private Spendenkampagne eines gebürtigen Zwickauers erbrachte weitere 4000 Euro.

Im Rahmen der Kundgebung «NSU-Komplex auflösen» wird heute zudem ein provisorisches Dokumentationszentrum in der Zwickauer Innenstadt eröffnet, das die Taten des Terrortrios und sein Unterstützernetzwerk in den Blick nimmt.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Arbeiter trägt Baumstütze am Gedenkort für Enver Simsek, dem ersten Opfer der Terrorzelle NSU. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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