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Zehntausenden Demonstranten bei «Unteilbar» erwartet

23.08.2019 von

Foto: Leipzig Demo #unteilbar / Tobias Möritz CC BY SA 4.0122

Zahlreiche Organisationen aus Sachsen und ganz Deutschland bereiten sich für die «Unteilbar»-Demonstration für eine offene und freie Gesellschaft an diesem Samstag in Dresden vor. «Wir gehen von mehreren 10 000 Protestierenden aus», sagte Felix Müller, einer der Sprecher des Bündnisses, der Deutschen Presse-Agentur. Zwei Sonderzüge, mit denen Demonstrierende aus Berlin anreisen können, seien bereits am Mittwoch ausgebucht gewesen.

«Unteilbar» ist ein Bündnis aus Initiativen, die sich gegen Rassismus und für eine gleichberechtigte Gesellschaft einsetzen. Nach Angaben der Veranstalter stehen etwa 400 Organisationen hinter dem Aufruf für die Demonstration am Samstagmittag, darunter seien knapp 200 Initiativen aus Sachsen. Mit dabei ist auch der Dachverband der sächsischen Migrantenorganisationen (DSM), der seine Mitglieder für die Demonstration mobilisiert.

«Wir hoffen, dass wir einen wunderschönen Tag, gemeinsam mit vielen Menschen verbringen werden», sagt David Streit vom DSM mit Blick auf Samstag. Die Demonstration solle ein Zeichen setzen für Demokratie und Menschenrechte. «Wir wollen einstehen für eine unteilbare Gesellschaft und für die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen», sagt er.

Das Datum für die Demonstration - eine Woche vor den Wahlen in Sachsen und Brandenburg - haben die Veranstalter nach eigenen Angaben bewusst gewählt. «Aber nicht um eine Wahlempfehlung auszusprechen, sondern um zu zeigen, dass wir eine solidarische Gesellschaft einfordern», sagt Bündnis-Sprecher Müller. Die Kernforderung von «Unteilbar» sei, dass Sozialstaat, Flucht und Migration nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. «Unsere Inhalte sind klar, was das am Wahltag bedeutet, kann jede Person für sich selbst ausmachen.»

Etwa 40 Lautsprecherwagen sollen nach Angaben der Veranstalter auf der Demo mitfahren. Der Protestmarsch ist unterteilt in mehrere thematische Blöcke. Dazu gehören etwa Umweltschutz-Aktivisten, Gewerkschaften und Arbeitende in Pflegeberufen.

Michael Nattke vom Kulturbüro Sachsen erwartet am Samstag eine der größten Demonstrationen, die es in Dresden je gegeben hat. Die Demonstration könne zeigen, dass ein Großteil der Menschen im Land keine Lust auf Rassisten habe.

Die Polizei rechnet nach Angaben eines Sprechers mit einer friedlichen Demonstration. Zur Absicherung seinen keine zusätzlichen Beamten aus anderen Bundesländern angefordert worden. In Berlin habe es bereits im vergangenen Jahr eine Demonstration des «Unteilbar»-Bündnisses gegeben, die auch friedlich verlaufen sei.

An der Berliner Demo gegen ein Abdriften der Gesellschaft nach Rechts zwischen Alexanderplatz und Siegessäule hatten nach Veranstalterangaben etwa 240 000 Menschen teilgenommen, weit mehr als erwartet. Viele Prominente hatten sich dem Aufruf angeschlossen, so etwa der Schauspieler Benno Fürmann, der Fernsehmoderator Jan Böhmermann und die Band Die Ärzte. Am Abend spielte Herbert Grönemeyer an der Siegessäule.

Für die Dresdner Innenstadt rechnet die Polizei am Samstag mit Verkehrsbehinderungen.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

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