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Sachsens Städte sparen mit LED-Beleuchtung Energie

Lampen der Straßenbeleuchtung erhellen am Abend die Marienbrücke vor der Altstadt. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Lampen der Straßenbeleuchtung erhellen am Abend die Marienbrücke vor der Altstadt. / Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Steigende Energiepreise und Klimaschutz zwingen die Kommunen immer mehr zu einem sparsamen Umgang mit Elektroenergie. Seit einigen Jahren stellen sie deshalb die öffentliche Beleuchtung auf LED-Technik um. Mancherorts wird noch mehr gespart.

Leuchtdioden statt herkömmliche Lampen: Um Energie zu sparen, setzen bei der öffentlichen Beleuchtung die sächsischen Städte immer öfter auf Leuchten mit lichtemittierenden Dioden (LED). «Durch die Umstellung der Straßenbeleuchtung von der konventionellen Natriumdampfhochdrucklampe auf energieeffizientere LED-Leuchten können bis zu 60 Prozent Energie gespart werden», sagte der Abteilungsleiter Straßenbeleuchtung der Stadt Leipzig, Rainer Barth, bei einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Weitere Einsparungen seien durch eine dynamische Steuerung der Beleuchtung möglich. Das Land hat laut Energieministerium von 2014 bis Mitte 2021 fast 300 Vorhaben einer energieeffizienten Sanierung der Straßenbeleuchtung aus EU-Mitteln unterstützt, wie es hieß.

Jährlich etwa 5,4 Millionen Euro kostet die Stadt Leipzig ihre öffentliche Beleuchtung - abhängig vom jeweiligen Strompreis. Die Umrüstung auf LED-Technik ist beschlossene Sache. Bis jetzt wurden  den Angaben zufolge jedoch lediglich 18 Prozent der Straßenleuchten und 44 der Strahler, die wichtige öffentliche und historische Gebäude, Kirchen und Denkmale ins rechte Licht setzen, auf LED umgestellt. Ein Abschalten von Straßenleuchten zur Ersparnis wird laut Barth nicht praktiziert. Stattdessen wird zwischen 22.00 Uhr und 6.00 Uhr früh an den konventionellen Leuchten die Leistung gedrosselt und dort dadurch etwa ein Drittel weniger Energie verbraucht. Der Lichtstrom gehe um rund die Hälfte zurück, die Lampen leuchteten dunkler. Das falle aber kaum auf, sagte Barth.

Zudem werden laut Barth erste Anlagen mit dynamischer Lichtsteuerung getestet. In weniger belebten Straßen und Wohngebieten wird dabei eine Grundbeleuchtung eingestellt. Bewegungsmelder bewirken, dass bei Verkehr die Leuchten heller strahlen. «Das ist die Zukunft.»

In der Innenstadt stehen noch fünf denkmalgeschützte gasbetriebene «Schinkelleuchten» mit dem markanten sechseckigen Lampengehäuse aus Glas. Dennoch wird auch an historischen Orten nach LED-Lösungen gesucht. Andere Schinkelleuchten im Stadtzentrum seien mit LED-Modulen ausgestattet worden, sagte Barth. «Der Unterschied zu den Gaslampen ist kaum zu bemerken.» Für die Leipziger Gartenstadt «Marienbrunn» wurden LED-Leuchten entwickelt, die den historischen Modellen aus den 1920er Jahren nachempfunden wurden.

Im Dresdner Stadtgebiet sind den Angaben zufolge inzwischen etwa 12 Prozent der Straßenleuchten mit LED-Technik ausgestattet. Die Umrüstung werde vor allem auf den Hauptstraßen vorangetrieben, weil dort das Energieeinsparpotenzial am größten sei. Neben den konventionellen Leuchten gebe es auch einen kleinen Bestand an historischen Gas-Laternen. Diese seien erhaltenswert und das Einsparpotenzial gering, hieß es.

Eine völlige oder teilweise nächtliche Abschaltung der Straßenbeleuchtung gibt es in Dresden aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht mehr. Studien hätten ergeben, dass es dann mehr Verkehrsunfälle gebe, so das Fazit.

Die LED-Umstellung in Chemnitz wird laut Stadt noch einige Jahre dauern. Sie erfolge zumeist bei  Neubau-, Ersatzneubau- und Erneuerungsmaßnahmen. In bestimmten Stadtgebieten gibt es laut Stadt noch zusammen 320 denkmalgeschützte Gaslaternen, die erhalten werden sollen. Seit einigen Jahren werde an geeigneten Stellen die Beleuchtung reduziert sowie auch zeitweise oder auch völlig abgeschaltet.

Von den rund 11.500 «Lichtpunkten» in Zwickau wurden laut Stadt in den vergangenen zehn Jahren etwa 1700 auf LED-Technik umgestellt. Bis zu 200 LED-Lampen sollen pro Jahr veraltete Natriumdampfleuchten ersetzen. Von den noch 121 Gaskandelabern vor allem in der  Nordvorstadt sollen vor allem die einzeln stehenden bei Straßenbaumaßnahmen beseitigt oder ersetzt werden.

Die Stadt Görlitz hat in den vergangenen Jahren 800 Straßenleuchten komplett ersetzt und weitere 750 auf LED umgerüstet. Weitere Modelle sollen sukzessive ausgetauscht werden. «Es liegt also noch Einsparpotenzial vor, welches auch mit Hilfe von Förderprogrammen erschlossen werden soll», hieß es.

Die Fördermittel der EU wird es laut Energieministerium in der neuen Förderperiode jedoch nicht mehr geben. Eine Sanierung der Außen- und Straßenbeleuchtung sei aber über eine Richtlinie des Bundes möglich.

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