Als Reaktion auf den Umfrage-Höhenflug der AfD hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einem Bericht zufolge vorgeschlagen, bestimmte Probleme parteiübergreifend anzugehen. «Es reicht nicht aus, immer wieder zu betonen, wie rechtsradikal die AfD ist», sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Menschen erlebten eine tiefe Enttäuschung in demokratische Strukturen. «Man kann sie nur gewinnen, indem man einen parteiübergreifenden Ansatz wählt: Regierung, Opposition, Bund, Länder, Gewerkschaften und Hilfsorganisationen müssen zusammenkommen, um Themen, die aus Sicht der Bevölkerung einer Erklärung bedürfen, zu besprechen», erklärte der Regierungschef.
Demnach nannte Kretschmer Themenbereiche wie Asyl, Energie und Inflation. «Deswegen habe ich eine Kommission zum Umgang mit Flüchtlingen vorgeschlagen, die sich auf ein Ziel einigt und daraus Instrumente entwickelt. Ähnlich sollte es bei der Energie und Inflation laufen.»
Mit Blick auf die Migrationspolitik forderte Kretschmer eine verstärkte Integration ukrainischer Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt. «Viele Ukrainer verwundert schon, dass ihnen in den Jobcentern und Arbeitsagenturen gesagt wird, es sei in Ordnung, dass sie erstmal Bürgergeld bezögen und Sprachkurse machten und sich später Arbeit suchten», sagte er dem RND. Seiner Meinung nach sollte dagegen der Standard üblich sein, Sprach- und Integrationskurse neben einer Beschäftigung zu absolvieren.