Das Protestcamp von Klimaaktivisten im Heidebogen ist Geschichte. Am Donnerstagnachmittag wurde die letzte Bewohnerin des «Heibo»-Camps von Beamten aus luftiger Höhe nach unten gebracht. Die Frau hatte sich in einer Dixi-Toilette verschanzt, die zwischen zwei Bäumen auf einer Palette schwebte. Wie die Polizei mitteilte, wurde bei der gesamten Räumungsaktion niemand verletzt. Insgesamt seien am Mittwoch und Donnerstag 54 Menschen aus diversen Behausungen weggebracht worden, hieß es. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht sah keine rechtlichen Bedenken gegen die Räumung und wies am Donnerstag eine Beschwerde dagegen ab.
Der Protest der Aktivisten richtete sich gegen den Kiesabbau in der Region. Umweltschützer befürchten eine Austrocknung nahe gelegener Moore, die vor allem zur Speicherung von Wasser und Kohlendioxid dringend gebraucht werden. Das Kiesunternehmen KBO besitzt für den Abbau eine Genehmigung und plant mit weiteren Flächen. Der Widerstand der Klimaaktivisten richtete sich deshalb auch gegen eine Ausweitung des Kiesabbaus für die Fläche Würschnitz-West, für die derzeit noch das Planfeststellungsverfahren läuft.