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Evangelischer Landesbischof kritisiert Abschiebepraxis

Tobias Bilz, evangelischer Landesbischof, spricht. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Tobias Bilz, evangelischer Landesbischof, spricht. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Kritik am Umgang mit Flüchtlingen bei ihrer Abschiebung aus Sachsen reißt nicht ab. Mit klaren Worten kritisierte am Freitag nun auch Landesbischof Tobias Bilz die Praxis und forderte neue Regeln. «Mit ungläubigem Staunen und noch immer nicht abgeklungener Fassungslosigkeit habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass im Freistaat Sachsen eine Abschiebepraxis möglich ist, die grundlegende Aspekte der Menschenwürde aus dem Blick verliert», zitierte die «Sächsische Zeitung» (online) am Freitag den Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

«Mir ist bewusst, dass der angemessene Umgang mit Geflüchteten eine Herausforderung bedeutet», räumte Bilz ein. Die «sachgemäße und fallspezifisch Bewertung von Asylanträgen» sei oftmals schwer. «Die Verweigerung eines Bleiberechts wird - und darauf vertraue ich - niemals leichtfertig erfolgen.» Er habe großen Respekt vor der Arbeit der Behörden und der eingesetzten Kommissionen. «Umso verwunderter bin ich darüber, dass der konkrete Umgang mit den Betroffenen derart inhuman vonstatten geht.»

Die Kritik hatte sich in den vergangenen Wochen vor allem deshalb verschärft, weil gut integrierte Familien aus Georgien abgeschoben wurden und nachts - mit wenig Zeit zum Packen ihrer Habseligkeiten - von Polizisten abgeholt wurden. Auch im Koalitionsausschuss am vergangenen Dienstag war das ein Thema. Die Grünen und die SPD forderten danach Änderungen im Umgang mit Menschen, deren Asylantrag abgelehnt wurde und die deshalb Deutschland wieder verlassen müssen.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH