loading

Dein Sachsen lädt...

Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Entscheidung in Bautzen: Bismarck kehrt nicht zurück

Der frühere Reichskanzler Otto von Bismarck (1815-1898) kehrt nun doch nicht als Denkmal auf den Czorneboh bei Bautzen zurück. Der Bautzener Stadtrat entschied sich am Mittwoch gegen das umstrittene Projekt. Der Bund Lausitzer Sorben (Domowina) begrüßte am Donnerstag den Entschluss, «Bautzen zu keinem Ort des Geschichtsrevisionismus zu machen». Die «Zeit des Personenkultes und einer mythologischen Überhöhung eines ehemaligen Staatsführers» sei vorbei. Bismarck habe auch keinen direkten Bezug zur Stadt. «Das ist auch unter touristischem Aspekt eine wichtige und richtige Entscheidung. Bautzen kann sich nicht Hauptstadt der Sorben nennen und gleichzeitig ein Denkmal zur Huldigung einer Person aufstellen lassen, die eine sorbenfeindliche Politik vertrat.»

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Karsten Hilse zeigte sich enttäuscht. Er warf den Stadträten der CDU und FDP vor, sich auf die «Seite der Kommunisten geschlagen» zu haben. Auch Räte von Linken, Grünen und SPD hatten dagegen votiert. «Damit beweisen die ehemals Konservativen und Freiheitlichen einmal mehr, dass sie sich nur noch dem linksgrünen Zeitgeist verpflichtet fühlen», erklärte der AfD-Kreischef.

Der Hauptausschuss des Stadtrates hatte im Oktober mit den Stimmen von SPD, AfD und Bürgerbündnis bei Enthaltung durch die CDU für das Projekt gestimmt. Allerdings sollen nun erst einmal Planungen beginnen. Das alte Bismarck-Denkmal auf dem Czorneboh - ein Berg und Ausflugsziel bei Bautzen - war 1950 demontiert worden.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH