Jürgen Bost ist ein sehr agiler und - man kann sagen - auch scharfzüngiger Erklärer. Am liebsten würde er den ganzen Tag durch seine saarländische Stadt laufen und einem geduldigen Publikum alles erklären, was sich zum Erklären nur irgendwie eignet. Natürlich war er Lehrer von Beruf. Gern verweist er auf die Teilung von St. Ingbert in eine bayerischen und eine preußische Hälfte, die bis heute in den Köpfen der Einwohner ist.

Die rund 40-köpfige Bürgerdelegation aus der Partnerstadt Radebeul, die vergangenes Wochenende St. Ingbert besuchte, war natürlich ein willkommenes Opfer für Jürgen Bost. Viele waren zu ersten Mal hier, wussten noch nichts über die 35.000-Einwohner-Stadt. Sie hat eine bewegte Geschichte, die stark von verschiedenen Epochen der Architektur geprägt ist. Besonders auffällig ist der Übergang von Barock zu modernen Baustilen, der sich nach dem deutsch-französischen Krieg (die Franzosen nennen ihn korrekter preußisch-französischen Krieg) in der Zeit zwischen 1880 und 1900 vollzog. Diese Epoche wurde von der Gründerzeit bestimmt und hinterließ zahlreiche beeindruckende Bauwerke. Jürgen Bost fand dafür viele Beispiele, vor denen die Gruppe stehen bleiben musste und die genau besprochen wurden.
