Nach zweijähriger umfangreicher Sanierung ist das Erich-Zeigner-Haus in der Zschocherschen Straße im Stadtteil Plagwitz wiedereröffnet worden. Der Termin am 17. Februar wurde bewusst gewählt: An diesem Tag hätte der Namensgeber Erich Zeigner seinen 140. Geburtstag begangen.
Der Demokrat und Antifaschist war unter anderem sächsischer Justizminister (1921), Ministerpräsident (1923) sowie von 1945 bis 1949 Oberbürgermeister von Leipzig. Seit 1927 lebte er im Erdgeschoss des Hauses. Das historische Inventar der Wohnung blieb erhalten und soll künftig im Rahmen einer Museumsausstellung öffentlich zugänglich sein.
Zur Wiedereröffnung versammelten sich rund 100 Gäste in den restaurierten Räumen, darunter Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter, Leipzigs Bürgermeisterin für Demokratie Vicki Felthaus sowie der frühere Leipziger Oberbürgermeister und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee.
Verein führt Vermächtnis von Erich Zeigner fort
Gewürdigt wurde insbesondere die Arbeit des Vereins Erich-Zeigner-Haus e.V., der sich seit 1999 der Pflege des Vermächtnisses Zeigners und der Förderung von Zivilcourage widmet. Ziel ist es, für demokratische Werte zu sensibilisieren und zur aktiven Wahrnehmung von Rechten zu ermutigen. Künftig soll die Projektarbeit verstärkt an Grund- und Förderschulen ausgerichtet werden, um Demokratiebildung frühzeitig zu verankern.
Der Verein war während der Bauzeit im Haus Steinstraße untergebracht und bezieht Ende Februar neue Büroräume im ersten Obergeschoss des Zeigner-Hauses. Ab März soll der reguläre Betrieb wieder aufgenommen werden. Das Haus versteht sich neben seiner historischen Bedeutung auch als Bildungs- und Begegnungsstätte.
Die Sanierungskosten beliefen sich auf rund 2,6 Millionen Euro. Das sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus stellte 1,6 Millionen Euro aus dem Fonds der Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO) bereit. Die Stadt Leipzig beteiligte sich mit 631.000 Euro. Weitere Mittel kamen aus der Denkmalförderung des Freistaates sowie aus Bundesmitteln des Energie- und Klimafonds. Der Verein übernahm die Restaurierung des historischen Inventars und die Inneneinrichtung. Eine Spendenkampagne erbrachte rund 40.000 Euro, hinzu kamen Sach- und Sponsoringleistungen.
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Leipziger Zeitung // Jan Kaefer, unterstützt von KI