Schauspieler und Winnetou-Darsteller Gojko Mitić (82), war als Kind schon begeistert von Karl-May-Büchern. Die Geschichten seien für ihn getragen gewesen von einem humanitären Gedanken und hätten Völkerfreundschaft aufgewertet, sagte der ehemalige «Chefindianer» der DEFA am Mittwochabend beim MOZ-Talk in Frankfurt (Oder).
Die aktuelle Diskussion um Rassismusvorwürfe gegen den Abenteuerautor Karl May (1842-1912) könne er deshalb nicht nachvollziehen, sagte der Mime. Diese hatte eine breite Debatte zum Umgang mit historischen Darstellungen anderer Kulturen ausgelöst. Der Verlag Ravensburger hatte Mitte August angekündigt, die Auslieferung der beiden Bücher «Der junge Häuptling Winnetou» zum gleichnamigen Film zu stoppen und aus dem Programm zu nehmen. Mitić zeigte sich beim Gespräch im Kleist-Forum über die aktuelle Debatte entgeistert. «Würde es Indianern besser gehen, wenn wir sie indigene Bevölkerung nennen? Werden sie ihre Länder zurückbekommen?», fragte er ins Publikum und ergänzte: «Ich habe das Gefühl, manche Leute haben nichts zu tun».