Die Holzskulpturen wurden von Künstlern mit ihren Zähnen geschaffen: Figuren, die etwa an Vögel erinnern oder an einen weiblichen Torso. Dabei waren jedoch nicht Menschen am Werk, sondern Biber. «Wir verstehen uns als Kuratoren des Bibers», erklären Anne Peschken und Marek Pisarsky, die diese Arbeiten beim Festival «Begehungen» präsentieren. Neben dieser «Biber-Kunst» wurden aus fast 700 Bewerbungen 24 weitere Arbeiten ausgesucht, die ab Donnerstag im Schlosspalais Lichtenstein (Landkreis Zwickau) gezeigt werden.
Zu sehen ist auch die Arbeit «Nord Stream 3» von Benedikt Hartl, in der er sich Gedanken zu einer Nutzung der zerstörten Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 macht. Hartl entwirft die Vision eines Begegnungsortes, einer Art Wasserschloss als Zentrum für Völkerverständigung. Derweil hat Torsten Wagner Hunderte Videokassetten in Regalen drapiert und lässt so eine Videothek aus den 1980er Jahren auferstehen. Als «menschlicher Algorithmus» will er die Besucher bei der Auswahl beraten; die Filme können sie dann über einen alten Röhrenfernseher anschauen. Wagner will mit seinem Projekt Besucher anregen, ihren Medienkonsum zu reflektieren und versteht seine Videothek als Begegnungsraum im Kontrast zum heutigen Streamen von Filmen daheim.