Nach jahrelanger Vorbereitung hoffen Sachsen und Tschechen auf den Titel des Weltkulturerbes für die Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří. Das Welterbekomitee der Sonderorganisation der Vereinten Nationen berät darüber von Sonntag an (30. Juni bis 10. Juli) in Baku in Aserbaidschan. Weltweit sind 36 Stätten nominiert, drei davon haben einen deutschen Bezug: Neben der Montanregion das Augsburger Wassermanagement-System und die alte römische Militärgrenze - der sogenannte Donaulimes. Über diese Anträge wird dem Unesco-Komitee zufolge voraussichtlich zwischen dem 5. und 7. Juli entschieden.
Die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, zeigte sich bereits zuversichtlich: Die deutschen Anträge seien auf dem richtigen Weg, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. «Der Weltdenkmalrat hat dem Unesco-Komitee empfohlen, alle drei Nominierungen in die Welterbeliste aufzunehmen, an denen sich Deutschland beteiligt. Das ist ein gutes Zeichen.»
Als deutscher Hauptkandidat geht das Augsburger Wassermanagment-System ins Rennen. Die Stadt in Bayern bewirbt sich mit ihrem weit verzweigten System von Kanälen, Prachtbrunnen und Wasserkraftwerken. Das Wasser wurde früh zum Aufstieg Augsburgs zu einer Industriestadt genutzt, bereits die Römer verlegten vor etwa 2000 Jahren eine Fernwasserleitung in die Stadt.