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Stiftung für das sorbische Volk: Geld für Digitalisierung

Die Stiftung für das sorbische Volk bekommt erstmals seit der Wende deutlich mehr Geld für ihre Arbeit. «Es ist historisch. Wir haben jahrelang in allen Institutionen gekürzt. Jetzt dürfen wir wieder gestalten, bestimmte Bereiche neu denken und personell besetzen», sagte Stiftungsdirektor Jan Budar nach der Online-Stiftungsratssitzung am Donnerstag.

Ein neuer Arbeitsbereich ist etwa die stärkere Präsenz der sorbischen Sprache in den digitalen Medien. Dem Stiftungsrat wurde dazu bei der Sitzung ein knapp 200-seitiges Konzept vorgelegt, das auf einer Konferenz im Herbst diskutiert werden soll. «Diese Digitalisierungsstrategie ist signifikant für den Spracherhalt», sagte Budar. Es gehe darum, weiter etwa an der Spracherkennung und Übersetzungsprogrammen zu arbeiten.

Im März wurde zum Beispiel mit «sotra» das erste Online- Übersetzungsprogramm Obersorbisch-Deutsch vorgestellt. Derzeit wird an dessen Niedersorbisch-Deutsch-Ableger gearbeitet. Konkret ist bereits, dass es ab 1. Juli eine Projektstelle bei der Stiftung für Medienproduktionen und Medienpädagogik geben soll. Vom 1. August an soll am Sorbischen Institut eine zusätzliche Stelle für Computer-Linguistik und Sprachtechnologie geschaffen werden.

Die Stiftung für das sorbische Volk erhält künftig jährlich bis 2025 23,92 Millionen Euro. Davon kommen knapp zwölf Millionen Euro vom Bund, knapp acht Millionen Euro vom Freistaat Sachsen und etwa vier Millionen Euro vom Land Brandenburg. Die Gesamtförderung der drei Geldgeber erhöht sich so um 5,3 Millionen Euro. Diese Mittel fließen in neun sorbische Einrichtungen sowie stiftungseigene Projekte, Investitionen und Immobilien.

Die Stiftung für das sorbische Volk wurde 1991 mit der Aufgabe gegründet, die sorbische Sprache und Kultur zu fördern. Nach offiziellen Schätzungen bilden etwa 60 000 Menschen heute das Volk der Sorben und Wenden in der sächsischen Oberlausitz und der brandenburgischen Niederlausitz.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH