Wenn am Montag zum Deutschen Mühlentag bundesweit mehr als 1000 historische Mühlen ihre Türen für Besucherinnen und Besucher öffnen, ist auch Martin Wernickes Windmühle in Kyhna (Nordsachsen) dabei. Doch Wernicke besitzt und pflegt nicht nur eine fast 200 Jahre alte Mühle, er hat auch sein ganzes Berufsleben dem Kulturgut gewidmet. Der 47-jährige Handwerksmeister ist Mühlenbauer. Er ist bundesweit unterwegs, wenn eine Bock-, Turm- oder Holländerwindmühle zu restaurieren ist.
«Die Auftraggeber sind größtenteils Kommunen. Wenn eine Stadt eine Mühle besitzt und es Fördermittel für den Erhalt gibt, dann werde ich gerufen», sagte Wernicke. Bundesweit gebe es außer ihm noch drei oder vier Mühlenbauer, dazu einige Niederländer. «Aber sehr viele machen das nicht mehr.»
Er sei in den 80er Jahren auf die Mühle gekommen. 1986 habe er die Mühle in Kyhna entdeckt und sich für die alte Technik begeistert. Vier Jahre später habe ihm der damalige Besitzer die Mühle geschenkt - mit der Maßgabe, sie wieder aufzubauen. Wernicke begann eine Zimmererlehre, 2007 machte er seinen Meister. Seit 2008 ist er selbstständiger Handwerksmeister im Mühlenbau.