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Leipziger Weihnachtsmarktbesucher im Sandmännchen-Rausch

09.12.2019 von

Foto: Kinderpunschtasse mit dem Motiv "Moppi" aus der Sendung Sandmännchen stehen auf einem Tisch. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzigs Weihnachtsmarktbesucher sind im Sandmännchen-Rausch. Kinderpunschtassen des Weihnachtsmarktes werden im Netz zu horrenden Preisen gehandelt. Die Angebote liegen bei 40 Euro, vereinzelt werden sogar Summen von 250 Euro verlangt. Gleichzeitig bilden sich am Leipziger Weihnachtsmarkt lange Schlangen, wenn neue Moppi-Tassen mit Punsch für 2,50 Euro Pfand über die Theken gehen. Das Leipziger Marktamt empfiehlt den «Phantasiepreisen» im Netz nicht nachzugeben. Dieses Jahr ist nach Sandmann, Pittiplatsch und Schnatterinchen nun der Hund Moppi auf den begehrten Tassen abgebildet.

«Der Sammlerinstinkt wurde entfesselt», stellt Leipzigs Marktamtsleiter Walter Ebert fest. Den Hype bezeichnete er jedoch als «grenzwertig». Die Tassen-Aufregung bestimme mittlerweile seinen Arbeitsalltag: Enttäuschte Weihnachtsmarktbesucher kämen auf der Suche nach einer Moppi-Tasse in das Amt. «Nicht jeder ist freundlich, wenn er keine Tasse kriegt», so Ebert. Für Beschwerde-Mails hat der Amtsleiter kein Verständnis. «Es ist ein Sonderangebot und das ist halt begrenzt», erklärte er.

Und so könnte bald die vorerst letzte Moppi-Tasse über die Budentheke gereicht werden. «Möglicherweise gibt es Ende der Woche aber wegen des Ansturms keine weiteren Kindertassen mehr», so der Amtsleiter. Etwa zwei Drittel der Tassen seien bereits ausgegeben. 14 000 Moppi-Tassen würden in Tranchen von je 4000 Stück ausgegeben - meist donnerstags oder freitags, so Ebert. Neben Moppi servieren die Stände den Punsch auf dem Weihnachtsmarkt auch in Tassen mit älteren Kindermotiven: 2000 Tassen-Nachauflagen von Schnatterinchen und 1000 mit Pittiplatsch.

Der Ansturm steigerte sich über die Jahre: Als das Marktamt die Kinderpunschtassen mit Motiven aus den Fernseh-Episoden des Sandmännchens auf dem Weihnachtsmarkt einführte, habe die Tasse mit dem Motiv des Sandmanns «noch keinen interessiert», wie Ebert sagte. 10 000 Tassen wurden damals ausgegeben. 2017 sorgten Pittiplatsch-Tassen für kindliche Weihnachtsstimmung. «Im dritten Jahr sind die Tassen durchgestartet», berichtete Ebert. Er erklärt sich den Erfolg mit dem besonders schönen Schnatterinchen-Motiv. Dennoch: «Wir haben das nicht mit der drastischen Auswirkung geplant.»

Insgesamt plante die Stadt zu Beginn der Aktion sechs Kindertassen-Auflagen - demnach müsste es also noch zwei weitere Auflagen geben. Allerdings werde die Lizenzgebühr jedes Jahr neu verhandelt. Auch werde geprüft, ob die exzessive Nachfrage mit dem Gedanken des «kleinen, freundlichen Gimmicks» noch vereinbar ist, so Ebert. Ob es im kommenden Jahr eine Kindertasse gibt, bleibe daher erstmal noch offen.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Kinderpunschtasse mit dem Motiv "Moppi" aus der Sendung Sandmännchen stehen auf einem Tisch. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

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