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Leipziger Literaturinstitut: Abschlussarbeiten archiviert

Sebastian Gemkow (CDU), Wissenschaftsminister von Sachsen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Sebastian Gemkow (CDU), Wissenschaftsminister von Sachsen. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Im Zuge des Landesdigitalisierungsprogramms zur Rettung von Schriften sind 474 Abschlussarbeiten aus dem früheren Leipziger Literaturinstitut geborgen, gesichtet und bewertet worden. Die Sicherung und qualitative Einordnung des Jahre nach dessen Schließung gefundenen Materials sei «ein weiterer Baustein für die Aufarbeitung der DDR-Geschichte», sagte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow (CDU) einer Mitteilung vom Donnerstag zufolge. Die Arbeiten der Literaturstudenten spiegelten die Situation der damaligen Autorenausbildung wider und bewegten sich oft «im Spannungsfeld zwischen Hochliteratur und ideologischen Ansprüchen des Regimes».

In einer Buchausgabe werden ausgewählte Abschlussarbeiten vorgestellt und kommentiert. Die digitale Veröffentlichung auf Sachsen.Digital ermöglicht den Zugang auch internationalen Forschern. Die Ergebnisse des Projekts können nach Ministeriumsangaben im Kontext der Digital Humanities genutzt und interdisziplinär vernetzt werden.

Das «Institut für Literatur» wurde 1955 zur Förderung der ideologischen und künstlerischen Ausbildung der Schriftsteller gegründet und erhielt 1958 Hochschulstatus. Es war für Jahrzehnte die einzige Ausbildungsstätte für Autoren im deutschsprachigen Raum, an der rund 1000 Studierende Lyrik, Prosa und Drama lernten. Zu den Absolventen gehören prominente Autoren wie Erich Loest, Ralph Giordano, Sarah Kirsch und Uwe Kolbe. Nach der Schließung 1993 übernahm das Sächsische Staatsarchiv das dort bewahrte Archiv- und Schriftgut. 1995 wurde das Deutsche Literaturinstitut Leipzig als Teil der Universität unter anderen gesellschaftlichen Voraussetzungen neu gegründet.

© dpa-infocom, dpa:210121-99-119492/2

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH