Im neu entbrannten Streit um die Gedenkstätte zum KZ Sachsenburg hat die Vorsitzende des Kulturausschusses im Landtag, Claudia Maicher (Grüne), vor einem vorschnellen Abriss der ehemalige Kommandantenvilla gewarnt. Ein kompletter Erhalt samt Sanierung des baufälligen Gebäudes sei nicht möglich, sagte sie am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. «Aber es muss alles dafür getan werden, möglichst viel von dem Gebäude zu erhalten und es in der künftigen Gedenkstätte als Täterort zu berücksichtigen.»
Hintergrund der Debatte sind Pläne der Stadt Frankenberg für einen baldigen Rückbau des Gebäudes. Dafür wurden jüngst Eigenmittel von 30.000 Euro bewilligt. Der Kulturpolitiker der Linken, Franz Sodann, hatte deswegen vor einigen Tagen Alarm geschlagen und die Landesregierung aufgefordert, Stellung zu beziehen.
Auch von den fünf bei einem Wettbewerb prämierten Architekten- und Künstlerteams gibt es heftige Kritik. Sie haben sich nach eigenen Angaben erneut mit einem Brief an Bund, Land, Landkreis und die Stadt gewandt. Darin fordern sie einen Stopp der Vorbereitungen für den Abriss und einen öffentlichen Diskussionsprozess. Sie berufen sich auf Einschätzungen eines Gutachters, wonach ein Erhalt der Außenmauern des Gebäudes prinzipiell möglich sei.