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Karl May und der Orient: Ausstellung in Radebeuler Museum

Den weniger populären Orientgeschichten von Karl May spürt eine Ausstellung im früheren Wohnhaus des Abenteuerschriftstellers in Radebeul nach. Sie vereint nach Angaben des Karl May Museums noch nie Gezeigtes aus der eigenen Sammlung sowie Raritäten aus Film und Bühne zum deutschen Orientalismus.

Beleuchtet werden dabei teils bis heute vorherrschende Stereotypen über den arabischen Raum, die Verarbeitungen des damaligen Orientbildes in seinem Werk und Leben sowie Auswirkungen seiner Erzählungen auf Literatur-, Film- und Theaterwelt. Die Schau «Karl Mays Orient» läuft noch bis Anfang Juni 2023.

May werde zumeist mit seinen Wildwest-Geschichten um die fiktive Indianerfigur Winnetou wahrgenommen, heißt es zum Hintergrund der Schau auf der Museumshomepage. Es sei fast vergessen, dass gerade der Orient eine ganz besondere Faszination auf ihn ausgeübt hat. «Die Wirkungsgeschichte von Karl Mays Orienterzählungen ist vergleichbar mit der Popularität seiner Winnetou-Bände.» Ganze Leser-Generationen hätten über diese Bücher die arabische Welt und die islamische Religion kennengelernt.

In seinen Geschichten ritt Mays Alter Ego Kara Ben Nemsi und dessen treuer Begleiter Hadschi Halef Omar durch den deutschen Orientalismus und die arabische Welt des späten 19. Jahrhunderts. Trotz des Empfindens der Überlegenheit der christlich-europäischen Kultur darin schaffte es der Autor, Interesse und Neugier für diese fremde Welt zu wecken.

Abenteuerschriftsteller May wurde 1842 in Hohenstein-Ernstthal geboren und starb 1912 in Radebeul. Dort schrieb er ab 1888 wesentliche Teile seines Gesamtwerks. 1895 hatte er das Anwesen gekauft und es «Villa Shatterhand» benannt.

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