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«Karasek»-Roman: Seltenes Exemplar restauriert

Die Zittauer Christian-Weise-Bibliothek hat dank finanzieller Förderung des Freistaates eine wahre Rarität im Bestand. Das vor drei Jahren aus dem Antiquitätenhandel erworbene Exemplar eines «Groschenromans» aus dem 19. Jahrhundert wurde restauriert sowie digitalisiert und ist damit für die Zukunft erhalten und nutzbar, wie die Einrichtung am Freitag mitteilte. Die «Johannes Karasek. Kriminal-Novelle, auf Grund von aktenmäßiger und mündlicher Überlieferung bearbeitet von A. von Dornburg» stehe nun für Forschung und Ausstellungen zur Verfügung, demnächst auch digital. Das Werk habe doppelte Bedeutung für die Oberlausitz: es handele von einer historischen Person der Region und wurde 1891 hier gedruckt.

Dornburgs «Karasek» erschien in 35 Heften, die jeweils eine Abbildungstafel enthielten, und umfasst insgesamt 558 Seiten. Es ist einer von vielen Fortsetzungsromanen über den Tischler- und Fleischhauergesellen Johannes Karasek (1764-1809), genannt Prager Hansel oder Räuberhauptmann Karasek, der um 1800 als Schrecken der Oberlausitz galt, sagte der für den Altbestand zuständige Bibliothekar Uwe Kahl. Er habe Wohlhabendere wie Mühlenbesitzer bestohlen, bis die Bande gefasst und er zum Tode verurteilt wurde. Sachsens Kurfürst habe den Mann jedoch zu lebenslanger Festungshaft begnadigt.

Nach Karaseks Tod gingen seine Taten - manchmal hatte er auch den Armen etwas abgegeben und galt als «edler Räuber» - in Fortsetzungsromane ein. Die einzelnen Heftchen «wurden damals von den einfachen Menschen regelrecht verschlungen», fand Kahl heraus. Trotz hoher Auflagen seien sie am ehesten nur noch in Privatsammlungen vorhanden und bis 2018 in keiner öffentlichen deutschen Bibliothek. «Sie wurden regelrecht zerlesen und dann entsorgt.»

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH