Für Jan Vogler, Cellist und Dresdner Festspiel-Intendant, ist Kultur auch in Pandemiezeiten unverzichtbar. «Wir müssen natürlich lernen, mit Infektionen, Viren und den Schwierigkeiten umzugehen», sagte der 57-Jährige vor der Eröffnung des Moritzburg Festivals für Kammermusik am Samstagabend der Deutschen Presse-Agentur. «Der komplette Lockdown ist für die Menschen meiner Ansicht nach zu hart.» Inzwischen gebe es mit Testung, Impfung und Nachverfolgung sehr wirksame Werkzeuge, um trotz der Corona-Krise Kultur zu veranstalten.
«Das Leben ist nicht nur aufstehen, essen, arbeiten, essen, schlafen, das reicht nicht, das haben wir eindeutig gemerkt», sagte der Musiker. Die Menschen brauchten Kommunikation, gesellschaftliches Leben, Spaß und Inspiration. «Wir arbeiten mit der Kultur auf einem Feld, das extrem wichtig für ihr Wohlbefinden ist.»
Dazu müsse auch die Kultur umdenken», sagte Vogler. «Streaming ist eine Sache, die bleiben wird.» So könnten Menschen per Internet live bei Konzerten sein, ohne an den Ort zu reisen, weil sie es nicht leisten könnten oder das wie wegen einer Pandemie nicht möglich sei. Deshalb macht auch das Moritzburg Festival alle Livekonzerte über die internationale Plattform Dreamstage digital zugänglich - eine Premiere mit großer Resonanz sowie Publicity für eine Kulturlandschaft, die vor rund 100 Jahren die Maler der Brücke inspirierte.