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Geimpft und getestet: Knecht Ruprecht trotzt Corona

Schauspieler Steffen Urban, der Weihnachtsmann des Striezlemarktes, geht in seinem Kostüm über einen geschlossenen Weihnachtsmarkt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Schauspieler Steffen Urban, der Weihnachtsmann des Striezlemarktes, geht in seinem Kostüm über einen geschlossenen Weihnachtsmarkt. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Die Bescherung am Heiligabend mit Weihnachtsmann ist in vielen Familien mit Kindern ein Muss. Die Corona-Pandemie aber bremst den Alten mit dem Rauschebart auch in diesem Jahr aus - er kann nicht in jede Stube kommen, wo er sehnsüchtig erwartet wird.

Der Weihnachtsmann kommt auch an diesem Heiligabend in manche Familie, trotz Corona-Pandemie. «Wir haben etwa 200 bis 300 Anfragen von Familien, das ist etwa das Dreifache des vergangenen Jahres», sagte Hendrik Scholz vom Weihnachtsmann-Service aus Dresden der Deutschen Presse-Agentur. Er vermutet, dass viele sich aufgrund ihrer Impfung in Sicherheit wiegen oder der Infektionsschutz-Maßnahmen müde seien. «Wir können nicht alle zufriedenstellen.» Andere Anbieter haben ihre Weihnachtsmann-Aktion gestrichen - wie im Vorjahr.

«Weihnachtsmannauftritte stehen nicht im Konflikt zu der gültigen Corona-Schutzverordnung und sind auch nicht ausdrücklich verboten», sagte Scholz. Die Weißbärte seiner Agentur seien geimpft und unterzögen sich zwei Schnelltests: «Ein Test zwei Tage vor der Bescherung, um im Positivfall den Familien noch rechtzeitig absagen zu können, damit sie neu planen können, und ein Test direkt vor den Auftritten, um auf Nummer sicher zu gehen.» Auf Wunsch bescherten sie auch im Freien, etwa im Garten oder auf dem Hof. Für Weihnachtsfeiern indes gibt es keine Anfragen.

Auch die Studentische Arbeitsvermittlung in Dresden hat Anfragen nach Weihnachtsmännern und -engeln bekommen, bedient sie aber nicht. «Wir wollen in der aktuellen Situation eine Aktion, bei der Weihnachtsmänner und -engel in verschiedene Familien gehen, nicht riskieren», erklärt Amelie Betz den Verzicht. Und der Impfstatus der Familien könne nicht geprüft werden. Wegen der Zwangspause 2020 seien zudem einige «Stamm»-Darsteller abgesprungen. Wie damals werden jedoch Weihnachtsmann- oder Engelskostüme verliehen - gegen Gebühr.

Bis zur Pandemie klingelten alljährlich am Heiligabend gebuchte Rauschebärte an rund 600 Türen in der Elbestadt. Nicht immer konnte die Nachfrage bedient werden, weil es zu wenig Männer und Frauen gab, die für eine etwa 20-minütige Bescherung in Familien in die rote oder weiße Robe schlüpfen wollten - sie müssen zuvor einen Lehrgang machen.

Die Agentur für Arbeit Zwickau hat die Vermittlung von Weihnachtsmännern komplett eingestellt. Zuletzt hatten sich dort etwa 15 Menschen die Kostüme übergestreift und wurden als Geschenkbote bis Chemnitz und Plauen im Vogtland vermittelt. Man konzentriere sich auf das Kerngeschäft am Arbeits-und Ausbildungsmarkt, hieß es dort nun knapp.

Auch Steffen Kempt will mit seiner Weihnachtsmann-Zentrale dieses Jahr lieber noch warten, wegen der Pandemie. Die private Internet-Plattform für Miet-Rauschebärte könne jederzeit online gehen, sagte der Leipziger. Auch Schauspieler Steffen Urban, der Weihnachtsmann des Dresdner Striezelmarktes, wird wie im vorigen Advent nicht gebraucht - er will nun ein Video produzieren, das die Kinder im Internet anschauen können.

Weihnachtsmann-Service

Studentische Arbeitsvermittlung Dresden

Arbeitsagentur Zwickau

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH