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Ein Schweizer für Leipzig: Reize hat Thomanerchor übernommen

Der Leipziger Thomanerchor wird in Zukunft von einem Schweizer geleitet. Der Dirigent Andreas Reize wurde am Samstag feierlich in das Amt des Thomaskantors eingeführt. Der 46-Jährige übernahm den Posten von Gotthold Schwarz, dessen Vertrag in diesem Jahr planmäßig geendet hatte.

Reize ist nach Angaben der Stadt der 18. Nachfolger von Johann Sebastian Bach. In der mehr als 800-jährigen Geschichte des weltberühmten Knabenchores wird er als dessen 46. Leiter geführt. Die Amtseinführung am Samstag war zweigeteilt. Zunächst gab es einen Festakt im Neuen Rathaus, danach stand eine traditionelle Antrittsmotette mit dem Chor in der Thomaskirche an.

Der neue Chorleiter setzt auf Tradition und Moderne. Die Pflege der alten Musik - natürlich Bach, aber auch Mendelssohn oder Reger - habe eine hohen Stellenwert, sagte er. Aber er wolle in Zukunft auch aktuelle Chormusik aufführen.

Reize war von einer Auswahlkommission für den Posten vorgeschlagen und vom Leipziger Stadtrat gewählt worden. Allerdings hatte es auch Kritik an seiner Person gegeben. In einem offenen Brief hatten sich Mitglieder des Chores gegen ihn ausgesprochen. Reize sagte, er habe vor dem Amtsantritt viele Gespräche geführt. Manches sei schmerzhaft gewesen, doch inzwischen fühle er sich getragen und die Stimmung sei unglaublich gut.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH