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Prozess in Görlitz: Mutmaßlicher Schleuser streitet Tat ab

Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. / Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild
Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. / Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild

Ein am Landgericht Görlitz wegen versuchten Mordes angeklagter mutmaßlicher Schleuser weist jede Verantwortung von sich. Er habe einen Auftrag für den Transport von Motorrädern angenommen, sagte der Ukrainer zum Prozessauftakt am Montag. Als er Klopfgeräusche aus dem Laderaum des Transporters hörte, habe sein Auftraggeber gesagt, das seien nur Begleitpersonen der Fahrzeuge, er solle weiterfahren. «Mich hat es nicht interessiert, was das für Menschen sind», sagte er. «Ich hatte Angst vor meinen Auftraggebern.»

Dem 23-Jährigen wird versuchter Mord vorgeworfen als er im Oktober 2021 27 Syrer, Iraker und Türken illegal nach Deutschland gebracht haben soll. Er habe die Flüchtlinge konkreter Todesgefahr ausgesetzt, sagte Staatsanwalt Jonas Anter. Die Menschen - darunter vier Kinder - hätten eng zusammengedrängt rund sieben Stunden im Laderaum des Transporters gesessen, dessen Türen verriegelt waren und der fensterlos war. «Die Menschen konnten nicht raus.» Sie hätten auch nichts zu essen bekommen. Der Angeklagte sagte, er habe ihnen bei einem Zwischenstopp zwei Wasserflaschen gegeben.

Als die Bundespolizei die Tour in Görlitz beendete, waren die Frauen, Männer und vier Kinder zwischen 10 und 13 Jahren dehydriert, eines davon hatte Atemnot. Der in Polen lebende Ukrainer sollte 400 Zloty für die Tour bekommen, umgerechnet knapp 90 Euro. Er ist in Untersuchungshaft, seine Auftraggeber sind unbekannt.

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