loading

Nachrichten werden geladen...

Nach Tod von Polizisten: Verteidiger beantragt Prozessende

Der Angeklagte soll einen Polizisten getötet haben. / Foto: Patrick Pleul/dpa
Der Angeklagte soll einen Polizisten getötet haben. / Foto: Patrick Pleul/dpa

Im Landgericht Cottbus beantragt der Verteidiger des 27-jährigen Angeklagten die Einstellung des Verfahrens im Mordprozess um den tödlichen Vorfall mit einem Polizisten. Der Fall bleibt weiterhin umstritten.

Im Prozess um den Tod eines Polizisten hat der Verteidiger des 27-jährigen Angeklagten vor dem Landgericht in Cottbus die Einstellung des Verfahrens beantragt. Sein Mandant sei bereits wegen der zugrunde liegenden Strafsache verurteilt worden, erklärte der Anwalt am ersten Prozesstag. Er führte aus, dass der Angeklagte zuvor in Hildesheim wegen eines verwandten Autodiebstahls zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden sei.

Der 27-Jährige wird beschuldigt, im Januar 2025 während eines Polizeieinsatzes in Südbrandenburg einen 32 Jahre alten Polizisten mit seinem Fahrzeug erfasst und getötet zu haben. Zuvor hatten er und andere an dem Vorfall Beteiligte zwei Fahrzeuge gestohlen - einen Audi und einen Jeep. Für den Diebstahl des Audis war der Angeklagte bereits im September 2025 in Hildesheim verurteilt worden, da der Diebstahl in Nörten-Hardenberg, Niedersachsen, stattfand.

Verteidigung sieht die Tat als bereits abgeurteilt an

Der Verteidiger argumentierte, dass der Autodiebstahl und die anschließende Tötung des Beamten als eine „prozessuale Tat“ betrachtet werden sollten. Dieses „Herausnehmen“ des Auto-Diebstahls ermögliche es nicht, weitere Vorwürfe wie Mord zu erheben. Eine doppelte Bestrafung für dasselbe Vergehen sei nicht zulässig.

Der Vorsitzende Richter merkte an, dass er mit einer solchen Argumentation gerechnet habe, jedoch keine einheitliche Tat sehe. Zwischen dem Diebstahl und dem tödlichen Vorfall lägen mehrere Stunden, zudem sei der Vorfall weit vom ursprünglichen Tatort geschehen. Für die endgültige Entscheidung über den Antrag brauche die Kammer allerdings noch Zeit.

Der Vorfall hatte große Bestürzung ausgelöst

Seit Mittwoch muss sich der polnische Staatsangehörige wegen des Mordvorwurfs vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll der Mann mit hoher Geschwindigkeit vor Polizeifahrzeugen geflüchtet sein. Bei einem Überholvorgang soll er den Polizeibeamten erfasst haben, während dieser einen sogenannten Stop-Stick - eine Art Nagelgürtel - auf die Fahrbahn legen wollte.

Die Staatsanwaltschaft macht dem Angeklagten zum Vorwurf, dass er mit seiner Tat den Diebstahl, an dem er als Mitglied einer Autoschieber-Bande beteiligt war, verschleiern wollte. Eine „Verdeckungsabsicht“ wird rechtlich als Mordmerkmal gewertet. Für den Prozess sind neun Verhandlungstage angesetzt.

Der Vorfall in Lauchhammer hat große Bestürzung ausgelöst. Vor wenigen Tagen wurde ein Gedenkstein für den getöteten sächsischen Polizisten Maximilian Stoppa eingeweiht. Auch zu Prozessbeginn war der Sitzungssaal gut besucht.

Copyright 2026, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten