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Munitionsaffäre: Personalwechsel soll Vertrauen schaffen

Der Schriftzug «Polizei» an einem Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild
Der Schriftzug «Polizei» an einem Polizeirevier. Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild

Nach dem Munitionsskandal beim Landeskriminalamt (LKA) Sachsen soll ein Personalwechsel wieder Vertrauen schaffen. Der frühere LKA-Chef Petric Kleine (58) übernimmt eine Leitungsfunktion im Landespolizeipräsidium, der vormalige LKA- Abteilungsleiter Sven Mewes (60) wechselt als Chef des Führungsstabs in die Polizeidirektion Görlitz.

Der personelle Neustart sei notwendig, um «das Vertrauen in die für die Kriminalitätsbekämpfung in ganz Sachsen zentrale Behörde und ihre Führung wiederherzustellen», sagte die Sprecherin des Innenministeriums, Silvaine Reiche, am Mittwoch in Dresden. «Zudem werden externe und unabhängige Experten unter anderem untersuchen, ob und welche Umstände in der Organisation, Führung und Dienstaufsicht der Spezialkräfte diese Verfehlungen begünstigt haben.»

Bereits in der Vorwoche hatte das Ministerium mitgeteilt, dass die bisherigen Leiterin der Polizeidirektion Chemnitz, Sonja Penzel (48), neue Präsidentin des Landeskriminalamtes wird. Sie tritt dieses Amt am 1. Mai an. Nun stehen weitere Personalien fest: Penzels Stelle in Chemnitz soll am 1. Juli Carsten Kaempf (52) übernehmen. Er war bisher Rektor der Hochschule der Sächsischen Polizei. Diese Funktion werde neu ausgeschrieben, hieß es.

Hintergrund des Personalwechsels sind Ermittlungen gegen 17 Beamte des Mobilen Einsatzkommandos Dresden wegen Diebstahls beziehungsweise Beihilfe zum Diebstahl, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Bestechlichkeit. Die vier Hauptbeschuldigten - der Kommandoführer und drei Schießtrainer - stehen im Verdacht, im November 2018 mindestens 7000 Schuss Munition aus Beständen der sächsischen Polizei entwendet zu haben. Die Munition soll als Bezahlung für ein Schießtraining auf einer privaten Schießanlage in Güstrow gedient haben. Für das Training gab es keine Erlaubnis. Es werden auch mögliche Kontakte der Beamten ins rechtsextreme Milieu untersucht.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH