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Mordprozess: Zeugin berichtet von Geständnis ihrer Mutter

Blick auf das Landgericht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv
Blick auf das Landgericht. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archiv

Erst 17 Jahre nach dem Tod eines Mannes in Chemnitz hat die Initiative seiner Tochter 2020 Mordermittlungen ins Rollen gebracht. Vor dem Landgericht berichtete die 38-Jährige am Freitag, wie sie im Mai das Gespräch mit ihrer Mutter gesucht und heimlich per Handy aufgenommen habe. Darin habe die Mutter erzählt, wie sie ihren früheren Ehemann erst wehrlos gemacht und dann jeweils eine Flasche Desinfektionsmittel und Alkohol zu trinken gegeben habe, berichtete die Tochter. Daran war der alkoholkranke Mann gestorben. Die Staatsanwaltschaft wirft der 67-Jährigen vor, ihren damaligen Ehemann heimtückisch und aus Habgier umgebracht zu haben. Damals im Mai 2003 war von einem Unfall ausgegangen worden.

«Es ist eine Hassliebe», beschrieb die Tochter in dem Mordprozess vor Gericht die Beziehung zu ihrer Mutter. Sie habe Angst um das Leben des neuen Ehemannes ihrer Mutter gehabt und deswegen im vergangenen Jahr die Initiative ergriffen. Denn in der Beziehung zwischen ihrer Mutter und ihrem Stiefvater habe sie zunehmend psychische Gewalt beobachtet. Zudem habe ihre Mutter ihr im selben Gespräch nahegelegt, ihren Ex-Partner mit einem Insulinmedikament zu töten.

Die Deutsche sitzt seit Ende Juni in Untersuchungshaft. Während der Zeugenaussage blickte die Angeklagte stoisch zu ihrer Tochter und schüttelte immer wieder den Kopf. Sie selbst hat bisher vor Gericht zu den Vorwürfen geschwiegen. Zum Prozessauftakt im Dezember war zunächst nur die Anklage verlesen worden. Am Freitag wurde der Prozess mit ersten Zeugenaussagen fortgesetzt.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH