Im Mordprozess um einen tödlichen Schuss auf eine 37-Jährige in Heide reichen die Strafanträge von Staatsanwaltschaft und Verteidigung weit auseinander. Der Pflichtverteidiger des 55 Jahre alten Angeklagten beantragte in seinem Plädoyer am Dienstag eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und acht Monaten wegen fahrlässiger Tötung und Vergewaltigung. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und Vergewaltigung gefordert.
Was war am 31. Oktober 2012 in Heide passiert? Eine 37 Jahre alte Frau war mit ihrem 13-jährigen Sohn auf einem Fußweg unterwegs, als ein Auto anhielt und ihr in Chemnitz lebender Ehemann ausstieg. In der Folge fiel ein Schuss aus nächster Nähe, der die Frau tödlich traf. Die 37-Jährige war zuvor mit dem Jungen aus der gemeinsamen Wohnung in ein Frauenhaus in Heide geflüchtet. In Chemnitz hatte der Aserbaidschaner seine Frau vergewaltigt, wie er im Lauf der Verhandlung zugab. Nach dem Schuss in Heide ließ sich der Angeklagte von einem Bekannten zur Polizei fahren und stellte sich.