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Mordprozess um Messerattacke von Dresden geht weiter

Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration
Paragrafen-Symbole sind an Türgriffen am Eingang zu einem Gericht zu sehen. Foto: Oliver Berg/dpa/Illustration

Im Prozess wegen des tödlichen Angriffs auf zwei Touristen am Oberlandesgericht (OLG) Dresden geht es heute um den Angeklagten und sein Umfeld. Der Staatsschutzsenat hat mehrere Zeugen geladen, die mit dem unter anderem wegen IS-Propaganda vorbestraften jungen Syrer Kontakt hatten - in Freiheit. Zudem sollen zwei Frauen, darunter eine Psychologin, Auskunft über ihn während seiner Zeit im Jugendgefängnis Regis-Breitingen geben.

Der 21-Jährige ist angeklagt wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm vor, im Oktober 2020 zwei Männer aus Nordrhein-Westfalen mit zwei Küchenmessern von hinten niedergestochen zu haben. Einer von ihnen starb, der andere überlebte knapp. Das Motiv sieht sie in der radikal-islamistischen Gesinnung des Beschuldigten. Er habe die Homosexualität des Paares als «schwere Sünde» betrachtet und die Männer dafür mit dem Tode bestrafen wollen. In Gesprächen mit einem Gutachter hatte der Beschuldigte die Tat zugegeben und mit seinem Ziel erklärt, seiner Meinung nach Ungläubige zu töten.

Der Angeklagte kam 2015 als minderjähriger Flüchtling nach Deutschland. 2018 hatte ihn der OLG-Staatsschutzsenat wegen Propaganda für das Terrornetzwerk Islamischer Staat (IS) zu einer Jugendstrafe verurteilt, die nach Attacken auf Beamte in der Haft verschärft worden war. Er war erst Ende September 2020 entlassen worden und konnte nach dem tödlichen Angriff flüchten. Erst knapp drei Wochen später wurde er anhand einer DNA-Spur identifiziert und gefasst.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH