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Hitler-Imitator: Polizei prüft Gesetzesverstöße

13.01.2020 von

Foto: Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

Der Auftritt ein Motorradfahrers mit einem als Adolf Hitler verkleideten Mitfahrer im Beiwagen beim traditionellen Biker-Wintertreffen auf der Augustusburg wird ein Nachspiel haben. Auf einem Video ist zu sehen, wie die Maschine unmittelbar neben einem Polizeifahrzeug rückwärts eingeparkt wird und der Polizist am Lenkrad des Autos die Aktion amüsiert mit dem Handy aufnimmt. Wie die Polizei am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wird der Auftritt als Hitler-Imitator auf strafrechtliche Relevanz geprüft. Zudem muss der Polizeibeamte mit Konsequenzen rechnen.

Bei dem als Hitler-Abbild aufgetretenen Mann stehen der Verdacht des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen oder auch Volksverhetzung im Raum. Laut Polizei prüft des Dezernat Staatsschutz der Chemnitzer Kriminalpolizei den Fall. «Es ist bei einem derartigen Auftreten in Verkleidung als Adolf Hitler immer eine genaue Einzelfallprüfung von Nöten», teilte ein Polizeisprecher mit. Daher werde der Prüfvorgang zeitnah auch an die Staatsanwaltschaft Chemnitz zur abschließenden juristischen Bewertung übergeben.

Unterdessen sollte es noch am Montag ein «kritisches Gespräch» der Leitung der Polizeidirektion Chemnitz mit dem betroffenen Polizisten geben. Zugleich würden dienstrechtliche Konsequenzen geprüft. Grund dafür sei, dass die Szenerie in Augustusburg mit dem verkleideten Herren im Beiwagen des Wehrmachtmotorrades durchaus eine Störung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung darstelle, teilte die Polizei mit. «Wir hätten deshalb vom Kollegen erwartet, dass er dies ohne Wenn und Aber unterbunden hätte», so ein Sprecher.

Zum 49. Wintertreffen waren 1800 Motorradfahrer und rund 7500 Besucher auf zum Schloss Augustusburg gekommen.

Inhalt: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Bilder: Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild

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