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Haftstrafen wegen Attacken auf Flüchtlinge gefordert

Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild
Eine Figur der blinden Justitia. Foto: Sonja Wurtscheid/dpa/Symbolbild

Wegen der gewalttätigen Angriffe auf Flüchtlinge beim Dresdner Stadtfest 2016 sollen zwei Rechtsextremisten ins Gefängnis. In dem Prozess am Dresdner Landgericht forderte ein Anklagevertreter am Dienstag für einen mehrfach vorbestraften 31-Jährigen eine Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren, in der auch frühere Verurteilungen enthalten wären. Bei einem 34-Jährigen plädierte die Anklage auf drei Jahre und drei Monate Haft.

Nach Überzeugung der Generalstaatsanwaltschaft gehörten die Angeklagten zu den rund 40 Männern, die in der Nacht zum 21. August 2016 gezielt Jagd auf Ausländer machten, teils vermummt wahllos Menschen aus Afghanistan, dem Iran und Irak schlugen und tragen sowie ausländerfeindliche Parolen riefen. Der Jüngere soll einem Mann aus vollem Lauf ins Gesicht getreten und ihn lebensgefährlich verletzt haben. Insgesamt gab es neun Schwerverletzte.

Der Ältere, zuletzt Inhaber einer Security-Firma, gilt als Anführer der «rechtsextremen kleinen Bürgerwehr» und ist auf freiem Fuß. Der Jüngere verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen eines Angriffs auf Andersdenkende bei einer Demonstration in Thüringen. Ihre Verteidiger forderten Freisprüche. Es sei in rund 50 Verhandlungstagen nicht gelungen, ihren Mandanten die Tat zweifelsfrei nachzuweisen.

Der Prozess hatte im September 2019 begonnen. Die Angeklagten verzichteten auf das «letzte Wort». Das Urteil soll am 23. Juli verkündet werden.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH