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Dresdner Fußball-Krawalle: Erster Beschuldigter verurteilt

Über zwei Monate nach den schweren Fußball-Krawallen in Dresden ist der erste Beschuldigte zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Im Zuge eines beschleunigten Verfahrens verhängte ein Amtsrichter am Mittwoch wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung, Widerstands und Beleidigung zehn Monate Freiheitsstrafe gegen den Dynamo-Anhänger. Die Dauer der Bewährung wurde auf drei Jahre festgelegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der 34-Jährige gab den Tritt in den Rücken eines Polizisten sowie Kopfstöße gegen zwei weitere Beamte, die ihn festnahmen, zu und zeigte Reue vor Gericht. Der Beamte war wegen eines Schleudertraumas und einer Thoraxprellung zwei Wochen arbeitsunfähig. Der Angeklagte, ein gelernter Maurer, ist mehrfach vorbestraft wegen Vermögensdelikten wie Schwarzfahren und auf freiem Fuß. Er arbeitet als Betonsanierer.

Aus Sicht des Richters ist er Einzeltäter, kein klassischer Hooligan. Der 34-Jährige stand beim Angriff auf den Beamten, der vor den Gewalttaten aus der Menge erfolgte, unter Alkoholeinfluss. Die Staatsanwaltschaft forderte elf Monate Haft sowie ein mehrjähriges Stadionverbot für den Mann, sollte sich der Richter für eine Bewährungsstrafe entscheiden. Die Verteidigung plädierte auf neun Monate.

Das letzte Heimspiel von Drittligist Dynamo Dresden gegen Türkgücü München (4:0) fand wegen der Corona-Pandemie am 16. Mai ohne Publikum statt. Im nahe gelegenen Großen Garten hatten sich jedoch Tausende Menschen eingefunden, um den Aufstieg von Dresden in die 2. Bundesliga zu feiern. Noch während des Spiels hatten mehr als 500 gewaltbereite Fans Polizisten massiv mit Pyrotechnik angegriffen, zudem flogen Flaschen und Steine auf Beamte. Es gab zahlreiche Verletzte, auch unter den Einsatzkräften.

Die Polizei fahndet im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Krawallen öffentlich mit Bildern aus Videokameras noch nach 19 Verdächtigen. 21 weitere sind identifiziert. Dabei handelt es sich nach Polizeiangaben um Jugendliche und Männer zwischen 15 und 54 Jahren aus Sachsen, die meisten aus Dresden. 20 stellten sich, einer wurde bei einer Kontrolle gefasst.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH