Der Landesverband Sächsischer Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer Haus & Grund hat die derzeitige Wohnungspolitik scharf kritisiert. «Leider hat sich die Bundesregierung auf die Verwaltung des Wohnraummangels beschränkt. Sie hat es vollständig versäumt, Privatpersonen zu ermuntern, Mietwohnraum anzubieten», sagte der Präsident des Landesverbandes Sachsen, René Hobusch, am Dienstag in Leipzig. Er fordert eine Rückkehr der Politik des Interessenausgleiches zwischen Mietern und Vermietern. «Ansonsten werden wir lange auf Entspannung auf dem Wohnungsmarkt warten müssen.»
Zunehmende Mietenregulierung, staatliche Wohnraumlenkung sowie steigende Bürokratielasten führten demnach dazu, dass sich das Vermieten für viele private Kleinvermieter nicht mehr lohne. In Sachsen denken laut Hobusch zehn Prozent der privaten Vermieter aufgrund des politischen Drucks über einen Verkauf nach. Rund ein Drittel wolle bei den Ausgaben für Modernisierungen sparen. «Diese Mietwohnungen werden immer häufiger von Briefkastenfirmen aus Steueroasen und Fondsgesellschaften aufgekauft, um diese maximal zu verwerten», erläuterte Hobusch.