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Veröffentlicht mit publizer in Sachsen

Zuzahlungen für Pflege im Heim steigen trotz Kostendämpfer

Schon seit langem müssen viele Pflegebedürftige und ihre Angehörigen damit klarkommen, dass die Pflege im Heim immer teurer wird. Inwiefern können die Kosten in Sachsen jetzt durch staatliche Zuschüsse gedämpft werden?

In sächsischen Heimen sind die Kosten für die Pflege im Heim für Pflegebedürftige weiter gestiegen und werden von neuen Zuschüssen nur teilweise abgefedert. Im ersten Jahr im Heim mussten Betroffene und Angehörige zum 1. Juli in Sachsen 1927 Euro pro Monat aus eigener Tasche zahlen - das sind 99 Euro mehr als zum 1. Januar, wie eine Auswertung des Verbands der Ersatzkassen ergab. Die Zuschüsse, die zu Jahresbeginn eingeführt wurden, steigen mit längerem Heim-Aufenthalt. Kostenzuwächse werden dann jeweils stärker gedämpft.

Ohne Zuschüsse müssten Menschen in Sachsen zum 1. Juli den Angaben zufolge 1972 Euro zuzahlen und damit rund 100 Euro mehr im Vergleich zum 1. Januar. In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten.

Für Heimbewohner kommen zum anderen aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg in Sachsen nun - noch ohne Zuschüsse - von 827 Euro im Januar auf 910 Euro zum 1. Juli an.

Zu Jahresbeginn traten aber auch Neuregelungen einer Pflegereform in Kraft. Heimbewohnerinnen und Heimbewohner bekommen damit jetzt neben den Zahlungen der Pflegekasse einen Entlastungszuschlag, der mit der Pflegedauer steigt. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll so im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten um 25 Prozent, im dritten um 45 Prozent, ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Dresdens Sozialbürgermeisterin Kristin Klaudia Kaufmann (Linke) erinnerte Betroffene daran, dass sie das Sozialamt bei einem zu hohen Eigenanteil an den Pflegekosten unterstützen könne. «Reichen Einkommen und Vermögen einer Pflegeperson zusammen mit den Zahlungen der Pflegekasse nicht aus, können Heimbewohnerinnen und Heimbewohner beim Sozialhilfeträger Leistungen zur Unterstützung beantragen», teilte Kaufmann am Mittwoch mit. Dies sei zum Beispiel über den Antrag Hilfe zur Pflege, aber auch über das Wohngeld und die Grundsicherung im Alter möglich.

Gründe für die Kostensteigerungen sind gestiegene Löhne und höhere Lebenshaltungs- und Energiekosten, wie der Verband erläuterte. Denn der Zuschuss beziehe sich nicht auf Unterkunft, Verpflegung und Investitionen. Im bundesweiten Schnitt waren im ersten Jahr im Heim zum 1. Juli 2200 Euro pro Monat aus eigener Tasche fällig - 67 Euro mehr als zum 1. Januar.

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