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Aufhebung der Impfreihenfolge für Erzgebirge gefordert

Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild
Eine Klinik-Mitarbeiterin zieht den Covid-19 Impfstoff für eine Impfung auf eine Spritze. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Landrat Frank Vogel (CDU) hat für den Corona-Hotspot Erzgebirge eine rasche Aufhebung der Impfpriorisierung gefordert. Zwar habe der Freistaat dem Erzgebirge rund 10 000 Dosen des Impfstoffes Johnson & Johnson zusätzlich zur Verfügung gestellt, sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend bei einer Erzgebirgskonferenz unter anderem mit Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Das Vakzin werde zwar bei den über 60-Jährigen durchaus angenommen, dennoch lasse sich ein Drittel der Dosen Tag für Tag nicht verimpfen. Jüngere hätten aber durchaus Interesse. «Wenn sie dürften», fügte Vogel hinzu.

Die Stimmung in der Region sei durchwachsen. Während in anderen Regionen Sachsens die Infektionszahlen stark sinken, gehe es im Erzgebirge nicht «wesentlich nach oben oder unten». Am Dienstagabend lag die Inzidenz bei 232,6 - damit liegt das Erzgebirge nicht nur in Sachsen, sondern auch bundesweit vorn. Sachsenweit lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 104,8.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) verwies darauf, dass ab dem 24. Mai die Impfreihenfolge in den Hausarztpraxen komplett aufgehoben wird. Die mobilen Teams könnten die Präparate von Astrazeneca und Johnson & Johnson ebenfalls nach ärztlicher Beratung an unter 60-Jährige verabreichen. Für die Impfzentren werde der Schritt derzeit geprüft, so Köpping.

Sachsens Regierungschef geht davon aus, dass sich in den nächsten Wochen das Blatt wende und man regelrecht von «Impfstoff überschwemmt» werde. Bis Mitte Juni solle mit der derzeitigen Corona-Schutzverordnung vor allem der Status quo erhalten werden, erklärte Kretschmer. Ab Mitte Juni soll dann eine neue Corona-Schutzverordnung mehr Freiheiten in den Bereichen Tourismus, Kultur und Sport ermöglichen. «So dass wir mit einem guten Gefühl die Sommerzeit genießen können und auch wirtschaftlich Kraft holen können.» Bei der Erzgebirgskonferenz berichtete auch der Rostocker Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) von seinen Erfahrungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH