Zahlreiche Menschen haben am Freitag wieder der aus Fremdenhass im Dresdner Landgericht ermordeten Ägypterin Marwa El-Sherbini gedacht. Wie im vergangenen Jahr legten Vertreter von Justiz, Stadt und Verbänden sowie Bürger weiße Rosen vor dem Gebäude nieder, in Erinnerung an die Bluttat, die vor 13 Jahren das ganze Land erschütterte.
Die Pharmazeutin hatte damals einen Mann wegen rassistischer Beleidigungen angezeigt. In der Berufungsverhandlung, in der sie als Zeugin aussagte, stach der Angeklagte die schwangere 31-Jährige am 1. Juli 2009 mit einem Messer nieder und verletzte auch ihren Mann schwer - vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes. Die Bluttat hatte Entsetzen in Deutschland und Proteste in der islamischen Welt ausgelöst. Der Täter war später wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Staatssekretär Mathias Weilandt sagte laut Mitteilung, Marwa El-Sherbini und das Gedenken an sie seien fester Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses von Sachsens Justiz geworden. Daraus entstehe die Verantwortung, die Stimme gegen Hass zu erheben, sich Rassismus und Intoleranz entgegenzustellen und sich gemeinsam für ein friedliches und gewaltloses Zusammenleben aller Menschen einzusetzen.