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DJV verurteilt Übergriffe der Polizei auf Journalisten

Symbolbild Journalist beim Filmen / pixabay
Symbolbild Journalist beim Filmen / pixabay

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat Übergriffe von Polizisten auf Medienvertreter nach der Leipziger Demonstration «Wir sind alle LinX» am Samstag scharf verurteilt. Beim Vorgehen der Polizei gegen brennende Barrikaden und Steinewerfer und dem Räumen von Straßenzügen sei es auch zu Übergriffen auf Journalistinnen und Journalisten gekommen», teilte der DJV am Montag mit. Dabei seien die Betroffenen klar erkennbar ihrer Arbeit nachgegangen.

«So wurde an der Auerbachstraße ein Fotograf von einem Beamten einer Chemnitzer Bereitschaftspolizeieinheit angegriffen. Derselbe Beamte schlug unmittelbar danach einem freien Fernsehjournalisten das Mikrofon aus der Hand», hieß es. Ein weiterer freier Kameramann sei - offenbar von einer vorrückenden Bundespolizeieinheit - in der Biedermannstraße förmlich überrannt und gegen ein parkendes Auto geschleudert worden. Die Vorfälle seien auf Video dokumentiert.

«Mehrere Journalist*innen schilderten dem DJV Sachsen zudem, dass sie - trotz sichtbar getragenem oder hochgehaltenem Presseausweis - bei der Arbeit behindert, zum Teil rüde verbal angegangen, bedrängt und weggeschubst wurden. Auch ein Fernsehteam des Mitteldeutschen Rundfunks war davon betroffen», teilte der DJV mit. «Diese Übergriffe sind indiskutabel, wir verurteilen sie auf das Schärfste», erklärte die DJV-Landesvorsitzende Ine Dippmann.

Die offizielle Demonstration sei zu diesem Zeitpunkt schon mehr als eine Stunde beendet gewesen, berichtete der DJV. Nach übereinstimmenden Schilderungen bedrängter Kollegen habe keine Bedrohungs- oder Eskalationslage mehr vorgelegen, die ein «derartig rigides und die Freiheit der Berichterstattung einschränkendes Vorgehen auch nur ansatzweise hätte rechtfertigen können». «Die Vorfälle zeigen erneut, wie wichtig es ist, dass Innenminister und der Medienverbund so schnell wie möglich die neuen Verhaltensregeln zwischen Polizei und Medien verabschieden», betonte Dippmann.

Quelle: dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH