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Schenkung und Ehrung für Käthe Kollwitz Haus Moritzburg

Das Käthe Kollwitz Haus Moritzburg hat zum 77. Todestag der Künstlerin eine Schenkung aus Privatbesitz erhalten. Die von der Nordhäuser Bildhauerin Margret Böning (1911-1995) geschaffene Maske der Künstlerin aus Bronzeguss ist in der aktuellen Ausstellung zu sehen, wie die Leiterin des Hauses, Anke Rödel, vor der Präsentation am Freitag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Eine Gedenkstele vor dem Haus macht den barocken Rüdenhof, in dem Kollwitz ihre letzten Lebensmonate verbrachte, zu einem der «Frauenorte Sachsen».

Böning nahm die von ihr sehr verehrte, aus Berlin geflohene Kollwitz 1943 für einige Monate in ihrem Elternhaus in Nordhausen (Thüringen) auf. Die bedeutendste Grafikerin und Bildhauerin des 20. Jahrhunderts habe ihr sicher auch Anregungen für ihre eigene Arbeit gegeben, sagte Rödel. Die leicht überlebensgroße Maske sei nach Zeichnungen entstanden, die Böning von ihrem prominenten Gast gefertigt hatte. Eines der zehn Exemplare schenkte sie später einer Freundin, deren Erben es nun nach Moritzburg stifteten. «Weil sie finden, dass gehört hierher», sagte Rödel.

Der barocke Rüdenhof ist das einzige noch erhaltene Haus, in dem die aus Königsberg stammende Kollwitz (1867-1945) gelebt hat. Prinz Ernst Heinrich, ein Sohn des letzten sächsischen Königs und Kenner ihrer Kunst, hatte ihr darin zwei Zimmer zur Verfügung gestellt. Der Aufenthalt währte jedoch nur neun Monate, vom 20. Juli 1944 bis zu ihrem Tod am 22. April 1945. Seit 1995 wird dort das Andenken an Kollwitz wach gehalten - mit Werken, Schriften und Erinnerungsstücken.

Mit Gedenkstelen macht der Landesfrauenrat seit 2016 auf Frauen, ihr Leben und Wirken aufmerksam, die Sachsen auf allen gesellschaftlichen Ebenen mit prägten. Zu den Geehrten gehören die Pianistin Clara Schumann, die Unternehmerin Melitta Bentz, die Politikerin Clara Zetkin oder Wilhelmine Reichard, erste Ballonfahrerin Deutschlands.

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