Sachsens Imker haben dieses Jahr weniger Honig geerntet als im Vorjahr. Im Schnitt seien es knapp 30 Kilogramm gewesen, sagte der Honigobmann des Verbandes Sächsischer Imker, Sven Richter, der Deutschen Presse-Agentur. 2019 waren es mehr als 39 Kilo je Volk. Insgesamt holten die im Verband organisierten Imker mehr als 1070 Tonnen von dem süßen Gold aus den Waben. Und trotz Corona-Pandemie konnten sie mit ihren Bienenvölkern auf Wanderschaft gehen, um Sortenhonige wie Raps, Robinie oder Buchweizen zu ernten. Der Bund hatte die Imkerei im Frühjahr als systemrelevant eingestuft - auch wegen der Bestäubungsleistung von Bienen für viele Pflanzen.
Für den geringeren Ertrag in diesem Jahr machte Richter die Witterung verantwortlich. Vielerorts habe es in die Robinienblüte geregnet, während es vor der Lindenblüte zu trocken gewesen sei. «Die Linde braucht nasse Füße, bevor sie blüht.» Sonst produziere sie nur wenig Nektar für Insekten, erklärte der Fachmann. Waldhonig habe es kaum gegeben. Vermutet werde, dass das auch an dem häufigen Auftreten des asiatischen Marienkäfers liege, sagte Richter. Der vertilge an Bäumen mehr Läuse, die den Honigtau produzieren. Den wiederum sammeln Bienen und verarbeiten ihn zu Waldhonig.