Der Dresdner Reiseunternehmer Rainer Maertens sieht für seine Branche in der Corona-Krise Licht am Ende des Tunnels. «Die Leute kommen langsam wieder und buchen. Sie wollen einfach wieder weg und die Welt sehen», sagte Maertens der Deutschen Presse-Agentur in Dresden. Er hatte während der Zwangspause der Reisebranche Demonstrationen in Sachsen mitorganisiert und auch im Bundestag Politiker über das Ausmaß der Krise unterrichtet. Die Umsatzeinbußen in seinem eigenen Unternehmen beziffert er seit März auf mehr als 90 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Maertens glaubt, dass es vielen seiner Kollegen so geht.
Mit dem Restart des Reisegeschäftes ist Maertens trotz erheblicher Einbußen vergleichsweise zufrieden. «Ich hatte mit einer längeren Phase gerechnet, in der die Leute nicht verreisen. Doch nun wird wieder für die zweite Jahreshälfte und für das kommende Jahr gebucht.» Kostendeckend sei das aber alles noch nicht. Den Sommer müsse man abschreiben. Das Publikum, das jetzt wieder in die Reisebüros komme, sei nicht das klassische Ballermann-Publikum. «Vielmehr sind das Menschen, die mit dem Reisen Bildungsanspruch verbinden, Land und Leute sehen wollen.»