Dresden will den Wohnungsbau beschleunigen und setzt dabei auf den sogenannten „Bauturbo“. Dieses neue Instrument basiert auf Änderungen im Baugesetzbuch des Bundes und soll es Städten ermöglichen, schneller und effizienter neue Wohnungen zu genehmigen und zu bauen. Die Stadtverwaltung bereitet derzeit einen Grundsatzbeschluss für den Stadtrat vor, um die Anwendung des Bauturbos auf kommunaler Ebene zu regeln.
Hintergrund ist eine aktualisierte Wohnbedarfsprognose, die zeigt: Bis 2035 braucht Dresden rund 21.000 neue Wohnungen. Das entspricht etwa 1.900 Wohnungen pro Jahr. Für Baubürgermeister Stephan Kühn sind das keine Zahlen, die Anlass zur Sorge geben. "Wir sind darauf gut vorbereitet", sagte er bei einer Pressekonferenz am Freitag. Die verfügbaren Flächen der Stadt deckten den Bedarf gut ab.
Dieser ist besonders bis 2030 mit jährlich rund 2.300 Wohnungen hoch, was unter anderem auf das Bevölkerungswachstum und den Ausbau der Chipindustrie im Dresdner Norden zurückzuführen ist. Danach sinkt der Bedarf auf etwa 1.440 Wohnungen pro Jahr. Die gute Nachricht: Die vorhandenen Potenziale liegen 27 Prozent über den benötigten Flächen. Die Stadt will sich daher auf die Umsetzung bereits geplanter Projekte konzentrieren, vor allem an gut angebundenen Standorten. Gebaut werden soll vor allem flächensparend in mehrgeschossigen Gebäuden.