Schüler mit einer Rechenschwäche sollen in Sachsen künftig mehr Unterstützung bekommen. Der Bildungsausschuss empfiehlt dem Landtag einem entsprechenden gemeinsamen Antrag von CDU, SPD, BSW, Grünen und Linken zuzustimmen, wie mehrere Fraktionen mitteilten.
Mehr Zeit und Hilfsmittel für betroffene Schüler
Dyskalkulie soll laut Antrag als Teilleistungsschwäche anerkannt werden, wie es bereits bei der Lese-Rechtschreib-Schwäche der Fall ist. Betroffene Kinder und Jugendliche könnten dann etwa mehr Zeit für Aufgaben, Hilfsmittel und gezielte Förderung erhalten.
Nach jahrelangem Stillstand komme nun endlich Bewegung in das Thema, sagte Christin Melcher, bildungspolitische Sprecherin der Grünen, laut einer Mitteilung im Anschluss an die Ausschusssitzung. «Unsere Initiative setzt bei der frühkindlichen Bildung an, denn Rechenschwierigkeiten zeigen sich oft schon früh.»
Fokus auf mathematische Bildung
Die Anerkennung als Teilleistungsschwäche sei folgerichtig und längst überfällig, sagte Gerald Eisenblätter, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. «Probleme beim Rechnen und im mathematischen Verständnis wachsen sich nicht aus, sondern werden mit der Zeit immer größer.» Die mathematische Bildung müsse auch im Bildungsplan eine größere Rolle spielen, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Luise Neuhaus-Wartenberg. «Die heutigen und künftigen Lehrkräfte müssen im Umgang mit Dyskalkulie weitergebildet werden.»
Entscheidend sei, dass die Schulen für die Umsetzung die nötige personelle und fachliche Unterstützung erhalten, sagte Lars Wurzler, bildungspolitischer Sprecher der BSW-Landtagsfraktion. «Die Anerkennung von Rechenschwäche darf nicht nur ein symbolischer Schritt bleiben, sondern muss in den Klassenzimmern ankommen.»
Dyskalkulie betrifft mindestens ein Kind pro Klasse
Dyskalkulie ist von der Weltgesundheitsorganisation als schulische Entwicklungsstörung anerkannt. Betroffene haben ausgeprägte Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens. Schätzungen zufolge ist in jeder Klasse mindestens ein Schüler betroffen. Das Kultusministerium prüft die Anerkennung bereits. Eine Umsetzung könnte zum kommenden Schuljahr erfolgen.
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