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Dabrowski packt in Aue an: Mannschaft positive Energie geben

Christoph Dabrowski ist neuer Trainer beim FC Erzgebirge Aue. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa
Christoph Dabrowski ist neuer Trainer beim FC Erzgebirge Aue. / Foto: Sebastian Kahnert/dpa

30 Stunden von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Vertrag - der FC Erzgebirge hat mit dem einzigen Kandidaten schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Nun zählt nur der Erfolg.

Ein ausgewiesener Fußball-Arbeiter soll den FC Erzgebirge Aue vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit retten. Christoph Dabrowski geht nach einem Jahr Pause mit viel Energie den durchaus ambitionierten Trainer-Posten beim abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten an. Zwar trennt nur ein Punkt die Veilchen von einem Nichtabstiegsplatz, die totale Verunsicherung innerhalb der Mannschaft und die sichtbare Negativität in der Körpersprache machen die Aufgabe des Nachfolgers von Jens Härtel aber nicht einfach.

«Ich hatte mit Jens schon direkt nach dem Havelse-Spiel am Freitagabend gesprochen und ihm angekündigt, dass ich keine Argumente mehr für seine Weiterbeschäftigung habe. Das hat er völlig verstanden», erzählte Sport-Geschäftsführer Michael Tarnat bei der Dabrowski-Vorstellung. Auf der Rückfahrt nach der 1:3-Niederlage habe er viele Telefonate geführt, auch mit Dabrowski. «Er war mein einziger Kandidat, wir haben fünf Jahre gemeinsam gearbeitet», betonte der Sport-Geschäftsführer. Er wisse, wie der 47-Jährige arbeitet, wie er junge und ältere Spieler zusammenführe. Das sei in der jetzigen Situation sehr wichtig.

Durchaus längere Zusammenarbeit möglich

Dabrowski reiste bereits am Samstagabend in Aue an, am Sonntagmittag war die Zusammenarbeit besiegelt - 30 Stunden nach der ersten Kontaktaufnahme. Dabei sei es erst sehr spät um die finanziellen Aspekte des Vertrages gegangen, der nach erfolgreicher Klassenverbleibs-Mission durchaus langfristig ausfallen soll, sagte Aue-Präsident Thomas Schlesinger.

Dabrowski war bis 2024 Trainer bei Aues Liga-Konkurrent Rot Weiss Essen und hatte den Aufsteiger zweimal zum Klassenverbleib geführt. Der neue Trainer und Aues seit Jahresanfang amtierender Sportchef Michael Tarnat kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Hannover 96, liefen dort bereits gemeinsam als Spieler auf. 

Dabrowski fordert: Kräfte bündeln

«Das Ziel ist klar: Wir müssen alle Kräfte bündeln, um in den 16 noch ausstehenden Spielen dem Verein und der Region die Liga zu halten», sagte der Trainer. Die Mannschaft brauche jetzt vor allem positive Energie. Dabrowski glaubt, dass gerade ein von Außen kommender Trainer die Möglichkeit hat, Positives einzubringen. 

«Das Fundament für den Erfolg ist Geschlossenheit und ein gemeinsames Anpacken», sagte Dabrowski. Er sei einer, der den Kontakt über die Kommunikation sucht, der aber auch auf eine gewisse Hierarchie innerhalb der Mannschaft setzt. «Es geht jetzt um Stabilität. Die Anfälligkeit bei Standards muss verringert werden, die Basics in der Verteidigung wieder gewonnen werden. In der Offensive ist das Potenzial da, was fehlt, ist das Selbstvertrauen», sagte Dabrowski.

Keine Spieler-Kandidaten wollten nach Aue

Die Arbeit führt er gemeinsam mit dem bisher agierenden Staff durch. Mit Co-Trainer Lars Fuchs hatte er auch schon in Hannover gearbeitet. Neue Spieler allerdings hat er nicht zur Verfügung. «Wir wollten schon noch einige holen, haben aber nur Absagen bekommen», sagte Tarnat. Gemeinsam habe man sich deshalb darauf eingeschworen, der Mannschaft und allen Spielern das Vertrauen zu geben. «Es ist fraglos eine talentierte Mannschaft», sagte Tarnat.

Nach den zuletzt zwei Niederlagen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf soll nun schon am Samstag gegen den 1. FC Saarbrücken - ebenfalls ein Kellerkind - die Trendwende geschafft werden. Mit welchen Spielern und welchem System wird man sehen.

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