Kita-Erzieherinnen und -Erzieher in Sachsen müssen sich laut einer Studie um zu viele Kinder gleichzeitig kümmern. Für 96 Prozent der Kinder in amtlich erfassten Kita-Gruppen stand zuletzt nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Auswertung der Bertelsmann-Stiftung. Dem «Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme» zufolge bildet Sachsen neben Mecklenburg-Vorpommern damit bundesweit das Schlusslicht. Die «nicht kindgerechte Personalausstattung» betrifft demnach sowohl die unter Dreijährigen als auch die älteren Kita-Kinder im Freistaat.
In Sachsen wurden 2019 mehr als 60 Prozent der unter Dreijährigen in Krippengruppen betreut. Laut Studie kommt eine Fachkraft in diesen Gruppen rechnerisch auf durchschnittlich 5,8 Kinder - die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt hingegen einen Schlüssel von 1 zu 3. Die meisten über Dreijährigen besuchen in Sachsen Gruppen mit einem Personalschlüssel von 1 zu 12,2. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt eine Erzieherin für 7,5 Kinder. Insgesamt habe sich der Personalschlüssel in sächsischen Krippen und Kitas seit 2013 zwar verbessert. Dennoch müsse eine Fachkraft in Sachsen rechnerisch gut fünf Kinder mehr betreuen als in Baden-Württemberg - dem Bundesland mit der besten Personalausstattung.