Zur Eindämmung des dramatischen Lehrermangels in Sachsen will Bildungsminister Christian Piwarz Teilzeitkräfte bitten, mehr Stunden zu arbeiten. In Sachsen arbeite ein Drittel der Lehrerinnen und Lehrer in Teilzeit, das seien immerhin mehr als 10.000, sagte der CDU-Politiker in einem Interview der «Leipziger Volkszeitung» vom Montag. Mit diesen Lehrkräften müsse man sprechen. Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert den Vorstoß.
«Ich hoffe, dass sich möglichst viele dafür entscheiden, vielleicht zwei, drei oder auch vier Stunden pro Woche mehr zu unterrichten», sagte Piwarz. «Nur als Vergleich: Wenn alle voll arbeiten würden, entspräche das rund 2500 Stellen. Aber mir ist auch klar, dass es gute Gründe gibt, in Teilzeit beschäftigt zu sein und das stellen wir auch nicht in Frage.»
GEW-Chefin Uschi Kruse kritisierte Piwarz' Vorschlag. Die Lehrkräfte seien in Teilzeit, weil sie so mit der Belastung besser umgehen könnten, erklärte Kruse. Es gebe häufig auch persönliche Gründe, weswegen ein Lehrer oder eine Lehrerin die Stundenzahl reduziert habe.