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Arbeitslosigkeit steigt: Tausende Ukrainer suchen Arbeit

Das Logo der Agentur für Arbeit. / Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild
Das Logo der Agentur für Arbeit. / Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Auf dem sächsischen Arbeitsmarkt werden die Spuren des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine deutlicher. So sind inzwischen gut 16.500 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine als arbeitssuchend und fast 9500 als arbeitslos registriert, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Freitag in Chemnitz mitteilte. Diese Entwicklung hat die Arbeitslosenzahl im Juli erneut steigen lassen: um gut 2600 auf derzeit 118.500 Menschen. Die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sei derzeit schwer einzuschätzen, hieß es weiter.

Seit Anfang Juni sind die Jobcenter für Leistungen der Ukraine-Flüchtlinge zuständig. Die Zahl der Arbeitssuchenden aus dem Land schlägt sich aber erwartungsgemäß in der Statistik nieder. So kletterte die Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent im Juni auf nun 5,6 Prozent.

«Gleichzeitig gibt es erste Zeichen der Verunsicherung: Die Unternehmen übermittelten uns weniger freie Stellen als gewöhnlich in einem Juli, wenngleich die Zahl der offenen Stellen nach wie vor hoch ist», erläuterte der Chef der Regionaldirektion, Klaus-Peter Hansen.

Die Unternehmen suchen weiter Fachkräfte. Momentan lägen rund 46.400 Stellenangebote vor, hieß es. Die Kurzarbeit ist weiter rückläufig. Im April waren den Angaben zufolge noch rund 31.000 Menschen in rund 4000 Betrieben von Kurzarbeit betroffen, etwa halb so viele wie im Monat zuvor. Damit befanden sich im April 1,9 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Sachsens in Kurzarbeit.

Trotz der großen Unsicherheiten durch Krieg, steigende Energiepreise und unterbrochene Lieferketten zeige sich der Arbeitsmarkt in Sachsen robust, teilte Sachsens Arbeitsminister Martin Dulig mit. Der anhaltende hohe Bedarf an Arbeitskräften eröffne auch Chancen für von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen. «Um den Einstieg in eine Beschäftigung zu schaffen, brauchen allerdings viele von ihnen eine intensive Unterstützung. Deshalb ist es wichtig, dass der Bund die Jobcenter weiterhin mit ausreichend finanziellen Mitteln für Eingliederungsmaßnahmen ausstattet», betonte der SPD-Politiker.

Regional ist die Entwicklung der Arbeitslosenquote sehr verschieden. So meldete die Regionaldirektion in Dresden als einzige Region einen Rückgang von 0,1 Prozentpunkten. Meißen und Stadt Leipzig legten dagegen um 0,3 Prozentpunkte zu. Insgesamt die niedrigsten Quoten in Sachsen haben der Erzgebirgskreis (4,5 Prozent), der Landkreis Zwickau mit 4,8 sowie der Landkreis Leipzig mit 4,9 Prozent. Die höchsten Quoten verzeichneten wie im Vormonat der Landkreis Görlitz und die Stadt Chemnitz mit jeweils 7,2 Prozent.

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