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Von Infusion bis Ultraschall: 15 Millionen Euro für smarte Medizintechnik aus Dresden

So sieht Medizintechnik der Zukunft aus: Nora Herzog demonstriert eine vernetzte Infusionspumpe, die am SEMECO-Cluster entwickelt wird.
Nora Herzog vom SEMECO-Teilprojekt SmartInfusions erläutert das vernetzte Infusionssystem, das sicherere und automatisierte Therapien ermöglicht. © Anja Stübner/EKFZ
Von: Wissensland
Winzige Chips sollen Therapien sicherer machen und Leben retten. Das Dresdner Forschungsprojekt SEMECO erhält vom Bund weitere 15 Millionen Euro. Die TU Dresden entwickelt gemeinsam mit Industriepartnern medizinische Halbleiter für vernetzte Infusionssysteme, tragbare Ultraschallgeräte und smarte Implantate. Der Baukasten-Ansatz soll Medizinprodukte schneller auf den Markt bringen.

Eine falsch eingestellte Infusionspumpe kann lebensgefährlich werden. Ein Ultraschallgerät, das nur im Krankenhaus steht, hilft dem Notarzt nicht weiter. Und Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen brauchen oft mehrere sperrige Geräte. Dresdner Forscher arbeiten an Lösungen, die all das ändern sollen.

Der Zukunftscluster SEMECO erhält weitere 15 Millionen Euro vom Bund. Die TU Dresden und ihre Partner entwickeln damit medizinische Halbleiter. Das sind winzige Computerchips, die speziell für den Einsatz in der Medizin gebaut werden. Sie können messen, rechnen, Daten übertragen und dabei höchste Sicherheitsstandards erfüllen.

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Vernetzte Geräte und tragbare Technik

Die Forscher setzen auf einen Baukasten-Ansatz. Statt jedes Medizingerät von Grund auf neu zu entwickeln, kombinieren sie standardisierte Komponenten. Das macht die Technik günstiger und beschleunigt die Zulassung. Künstliche Intelligenz hilft dabei, die aufwendigen Prüfverfahren zu vereinfachen. Konkret arbeitet das Team an vernetzten Infusionssystemen, die automatisch Fehler erkennen. Sie entwickeln Ultraschallgeräte, die so klein und leicht sind, dass Ärzte sie überallhin mitnehmen können. Und sie bauen Kommunikationsimplantate, die mehrere Funktionen in einem winzigen Gerät vereinen.

Prof.Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakultät an der TU Dresden, betont den praktischen Nutzen. SEMECO verbinde medizinische Fragestellungen unmittelbar mit technologischer Spitzenforschung. Die frühe Zusammenarbeit zwischen Medizinern, Technikern und Industriepartnern schaffe die Voraussetzung, Innovationen am tatsächlichen klinischen Bedarf auszurichten, so Troost weiter.

Dresden als Chip-Standort nutzen

Die Region um Dresden gehört zu den führenden Mikroelektronik-Standorten Europas. Hier sitzen Chipfabriken, Forschungsinstitute und Zulieferer dicht beieinander. SEMECO nutzt dieses Umfeld gezielt. Das Netzwerk Silicon Saxony, in dem sich über 400 Hightech-Firmen zusammengeschlossen haben, unterstützt das Projekt.

Der Freistaat Sachsen sieht in SEMECO einen wichtigen Baustein für neue, zukunftsrelevante Anwendungen. Das Bundesforschungsministerium kann das Projekt über insgesamt neun Jahre mit bis zu 45 Millionen Euro fördern. Die zweite Phase startet im Mai 2026.

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