Eine falsch eingestellte Infusionspumpe kann lebensgefährlich werden. Ein Ultraschallgerät, das nur im Krankenhaus steht, hilft dem Notarzt nicht weiter. Und Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen brauchen oft mehrere sperrige Geräte. Dresdner Forscher arbeiten an Lösungen, die all das ändern sollen.
Der Zukunftscluster SEMECO erhält weitere 15 Millionen Euro vom Bund. Die TU Dresden und ihre Partner entwickeln damit medizinische Halbleiter. Das sind winzige Computerchips, die speziell für den Einsatz in der Medizin gebaut werden. Sie können messen, rechnen, Daten übertragen und dabei höchste Sicherheitsstandards erfüllen.
Dresden als Chip-Standort nutzen
Die Region um Dresden gehört zu den führenden Mikroelektronik-Standorten Europas. Hier sitzen Chipfabriken, Forschungsinstitute und Zulieferer dicht beieinander. SEMECO nutzt dieses Umfeld gezielt. Das Netzwerk Silicon Saxony, in dem sich über 400 Hightech-Firmen zusammengeschlossen haben, unterstützt das Projekt.
Der Freistaat Sachsen sieht in SEMECO einen wichtigen Baustein für neue, zukunftsrelevante Anwendungen. Das Bundesforschungsministerium kann das Projekt über insgesamt neun Jahre mit bis zu 45 Millionen Euro fördern. Die zweite Phase startet im Mai 2026.